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DENIC kritisiert .net-Vergabe an Verisign

01.04.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Ausgang der Ausschreibung für den zukünftigen Betrieb der Top-Level-Domain ".net" (Computerwoche.de berichtete) ist beim leer ausgegangen Bewerber DENIC auf Unverständnis gestoßen. "Die DENIC hat eine anspruchsvolle und durchdachte Bewerbung auf höchstem technischen Niveau vorgelegt, wir haben außerdem eine nachweisbare mehr als elfjährige Erfahrung und Kompetenz in der Verwaltung der deutsche Top Level Domain .de vorzuweisen, und wir hatten ein überzeugendes Konzept, das für mehr Wettbewerb unter den Registrierungsstellen und mehr internationale Zusammenarbeit gesorgt hätte", erklärte Vorstandsmitglied Sabine Dolderer.

Es sei mittels des Bewertungsberichts, den die US-Beratungsfirma Telcordia im Auftrag der ICANN erstellt hatte, nicht nachvollziehbar, wieso andere Bewerber trotzdem so viel besser platziert worden seien (die DENIC war auf Platz 4 gelandet). Überhaupt weise der Bericht gravierende sachliche Mängel auf: Der DENIC werde unter anderem als maßgebliches Manko angekreidet, dass sie angeblich eine selbst entwickelte Datenbanksoftware verwende. Tatsächlich werde jedoch ein kommerzielles Produkt eines weltweit führenden Anbieters benutzt - was man auch in der Bewerbung ausführlich dargestellt habe.

"Es ist nicht unsere Absicht, in kleinliche Erbsenzählerei zu verfallen, aber es sieht so aus, als wäre der Bewertungsbericht unter großem Zeitdruck entstanden, was auf Kosten der Qualität ging", beklagt Dolderer. "Gerade weil alle Bewerber, wie Telcordia selbst einräumt, sehr eng beieinander lagen und alle fähig sind, .net zu verwalten, sind solche handwerklichen Fehler problematisch, da sie die wahre Leistungsfähigkeit falsch wiedergeben." (tc)