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Demomobile: Microsoft zeigt Pocket PC 2002

06.09.2001
Microsoft holt zu einem neuen Schlag gegen Handheld-Weltmarktführer Palm aus: Die neue Pocket-PC-Version zielt klar auf Unternehmensanwender. Erste Hardware liefert HP mit seinen "Jornada 565" und "568".

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft nutzt die Demomobile 2002 im kalifornischen La Jolla, um heute die neue Version 2002 seines Handheld-Betriebssystems "Pocket PC" vorzustellen. Dieses unterscheidet sich bereits äußerlich von seinem Vorgänger - die Benutzeroberfläche ähnelt vom Design her dem PC-Pendant Windows XP ("Alles so schön blau hier"). Anwender können das Erscheinungsbild nun auch über so genannte "Skins" personalisieren, die sich zudem mit anderen Nutzern austauschen lassen.

Die interessantesten Neuerungen sind aber nicht auf den ersten Blick ersichtlich: Pocket PC 2002 unterstützt die Terminal Services und damit den per VPN (Virtual Private Network) abgesicherten Zugriff auf Unternehmens-Server und -Anwendungen. Außerdem wurden neue Kommunikationsstandards wie Bluetooth und Wireless LAN (802.11) integriert - solche Features zielen klar auf den Unternehmenskunden. Weitere Neuerungen: Aktuellere Versionen der E-Book-Software "Microsoft Reader" sowie des Windows Media Player, Instant Messaging über "MSN Messenger" sowie die neue Datenabgleichssoftware "Active Sync 3.5", mit der sich laut Hersteller nun auch der komplette Posteingang samt Unterordnern auf den Handheld übertragen lässt.

Hardware-Partner Hewlett-Packard zeigt in La Jolla seine zwei ersten Geräte auf Basis von Pocket PC 2002: Der "Jornada 565" und "568" sind deutlich leichter als ihre Vorgänger, laut Hersteller wurde auch die Akkulaufzeit mit bis zu 14 Stunden deutlich erhöht. Beide Geräte arbeiten mit einem StrongARM-Chip von Intel und verfügen über einen Compact-Flash-Steckplatz. Das kleinere Modell mit 32 MB RAM kostet in den USA knapp 600 Dollar, die 64-MB-Ausführung ist 50 Dollar teurer. Angesichts des angekündigten Mergers mit Compaq mutmaßt "Computerwire" allerdings, die gesamte Jornada-Familie könnte mittelfristig der Fusion zum Opfer fallen und zugunsten des populäreren "Ipaq" eingestellt werden.

Offiziell wird Pocket PC 2002 erst am 4. Oktober gelauncht. Dann sollen auch weitere Endgeräte verfügbar sein, unter anderem von Casio, Compaq, Siemens sowie Toshiba. Besitzer älterer Pocket PCs können unter Umständen auf das neue Betriebssystem updaten, falls ihr Gerät über (ausreichend) Flash-Speicher verfügt.