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Demo 2003: Hersteller zeigen neue E-Mail-Technologien

19.02.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - E-Mail-Anwendungen waren in den letzten Jahren kaum größeren technologischen Veränderungen unterlegen. Obwohl sie in der Regel zuverlässig arbeiten, gebe es Bedarf an Verbesserungen, sagten Experten auf der Technologiekonferenz Demo 2003 in Arizona. Dabei legten sie den Fokus vor allem auf Funktionen wie die Filterung von Mails und eine möglichst unkomplizierte Bedienung. Einige Anbieter stellten neue Produkte vor:

"Bloomba" ist ein POP3-fähiger Mail-Client, den das Startup Stata Laboratories anbietet. Die Benutzerführung ähnelt der von Microsofts Outlook Express, allerdings gibt es keine unterschiedlichen Postfächer, in die Mails durch entsprechende Filterregeln einsortiert werden. Statt dessen steht dem Anwender eine Suchmaschine zur Verfügung, über die er einzelne Nachrichten durch die Eingabe eines Stichworts finden kann. Ein herkömmliches Adressbuch ist ebenfalls nicht vorhanden. Mail-Adressen werden dynamisch aus eingehenden Nachrichten in die Adressleiste zu schreibender Briefe übernommen. Eine Betaversion von Bloomba steht zum kostenlosen Download bereit. Sie läuft allerdings nur unter Windows 2000 und XP.

Der "Electronic Learning Assistant" (Ella) lernt nach Angaben des Herstellers Open Field Software, welche Art von Nachrichten für den Anwender wichtig sind und welche er nicht oder erst später lesen möchte. Dazu müssen entsprechende Beispiel-Mails über einen Assistenten konfiguriert werden. Auf diese Weise lassen sich zum Beispiel Spam-Botschaften automatisch einem gesonderten Eingangsordner zuweisen. Ella setzt den Betrieb von Microsoft Outlook 2000 oder XP voraus und ist laut Anbieter demnächst verfügbar. Eine Pro-Variante soll im Laufe des Jahres folgen und einige Funktionserweiterungen bieten sowie Lotus Notes ab Version 5 unterstützen.

Ein weiteres Add-on für Outlook und Notes ist der "Kubi Client". Das von Kubi Software entwickelte Tool soll die Mail-Programme von Microsoft und Lotus um Groupware-Funktionen erweitern. Es bietet zum Beispiel Gruppenkalender, gemeinsam zu nutzende Adressbücher und Diskussionsforen. Auf die Optionen können laut Hersteller Notes- und Outlook-Nutzer gleichzeitig zugreifen. Der Kubi Client soll im zweiten Quartal 2003 auf den Markt kommen, eine Betaversion ist bereits verfügbar.

Bei "Oddpost" handelt es sich um eine Alternative zu Diensten wie Hotmail oder GMX. Sie bietet eine schlanke Drag-&-Drop-fähige Benutzerführung, die wesentlich schneller sein soll als die Browser-basierenden Konkurrenten. Der Anbieter verspricht weitgehende Filterung von Spam-Mails, außerdem wird der Dienst nicht über Bannerwerbung finanziert. Ein Account kostet 30 Dollar pro Jahr bei eine Postfachgröße von 50 Megabyte. (lex)