OEM-Partnerschaft mit Juniper

Dell rüstet sich für den Kampf gegen Cisco

28.10.2009
Über eine OEM-Partnerschaft mit Juniper will der PC- und Server-Hersteller Netzwerklösungen unter der Marke PowerConnect anbieten.
Künftig auch Teil von Dells PowerConnect-Marke: Ethernet-Switches der EX-Serie von Juniper.
Künftig auch Teil von Dells PowerConnect-Marke: Ethernet-Switches der EX-Serie von Juniper.

Ziel der Kooperation ist es laut Dell, den Kunden eine sichere und einheitliche Netzinfrastruktur vom Rechenzentrum bis hin zu Zweigstellen und darüber hinaus zur Verfügung zu stellen, die sich dynamisch den kommenden Anforderungen anpasst. Um die Betriebskosten niedrig zu halten, laufe diese mit einem gemeinsamen Netzbetriebssystem und könne über eine einzige Netz-Management-Plattform verwaltet werden.

Im Detail umfasst der Deal dabei Junipers Service Router der MX-Serie, die neuen EX-Ethernet-Switches sowie die Service-Gateways der SRX-Serie. Dell übernimmt für die Produkte die Vermarktung, den Service sowie den Support.

Zusätzlich vereinbarten die Hersteller, gemeinsam an offenen, Standard-basierenden Lösungen für virtualisierte Rechenzentren zusammenzuarbeiten. Dabei sollen insbesondere der bestehende IEEE-Standard Converged Enhanced Ethernet (CEE) und iSCSI genutzt werden - als Kontrast zu Cisco, das mit Data Center Ethernet eine eigene CEE-Version entwickelt hat und für die Verbindung von Speichernetzen an seine Server auf den Standard Fibre Channel over Ethernet (FCoE) setzt. Ob Dell damit auch als Partner zu Junipers Cloud-Computing-Initiative "Stratus Project" stößt, wurde nicht ausdrücklich erwähnt.

Mit dem Bündnis reagiert ein weiterer Server-Hersteller auf die jüngsten Initiativen Ciscos. Um sich ein weiteres Stück vom Rechenzentrums-Kuchen zu sichern, hatte der Netzwerkriese im Frühjahr eigene Blade-Server vorgestellt und damit seine Freundschaft mit Server-Anbietern wie Dell, IBM und HP aufs Spiel gesetzt.

Bereits vor der Partnerschaft mit Juniper hatte Dell im August bereits eine ähnliche OEM-Vereinbarung mit Brocade getroffen. Diese umfasst neben Brocades SAN-Switches auch LAN-Switches vom Juniper-Wettbewerber (und Brocade-Tochterunternehmen) Foundry Networks. IBM wiederum vereinbarte Ende Juli mit Juniper, dessen Router und Switches als Ergänzung für sein Server-Angebot für Rechenzentren unter eigenem Label zu verkaufen.

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