Blade Server PowerEdge MX

Dell EMC setzt bei IT-Transformation auf modulare Infrastruktur

17.09.2018
Von 
Bernhard Haluschak ist als Redakteur bei der IDG Business Media GmbH tätig. Der Dipl. Ing. FH der Elektrotechnik / Informationsverarbeitung blickt auf langjährige Erfahrungen im Server-, Storage- und Netzwerk-Umfeld und im Bereich neuer Technologien zurück. Vor seiner Fachredakteurslaufbahn arbeitete er in Entwicklungslabors, in der Qualitätssicherung sowie als Laboringenieur in namhaften Unternehmen.
Dell EMC will den Blade-Markt neu aufrollen. Mit dem neuen modularen System PowerEdge MX adressiert der Hersteller Anwender, die für ihre Digitalisierungs- oder IoT-Projekte eine kompakte, flexible und skalierbare Data Center Infrastruktur benötigen.
Dell EMC will mit der neuen PowerEdge-MX-Architektur den Blade-Server-Markt aufmischen.
Dell EMC will mit der neuen PowerEdge-MX-Architektur den Blade-Server-Markt aufmischen.
Foto: Dell EMC

Der Servermarkt in der EMEA-Region gedeiht laut den Analysten von IDC und Gartner hervorragend. In den letzten zwei Quartalen stieg der Gesamtumsatz mit Server-Systemen um jeweils satte zweistellige Prozentpunkte. Im Detail zeigt sich dabei, dass im Rack-Server-Bereich Dell EMC und HPE/H3C mit Abstand die beiden Führungspositionen bei der Anzahl der verkauften Systeme besetzten. Allerdings muss sich Dell EMC im Blade-Server-Umfeld mit einem dritten Rang begnügen. Diesen Zustand will der Hersteller mit der Vorstellung der modularen Infrastruktur PowerEdge MX so schnell wie möglich ändern.

Dell bewertet diesen Markt als äußerst lukrativ. Da zudem einige Mitbewerber in puncto Portfolioerweiterung schwächeln, will der Serverspezialist diese Chance nutzen und Marktanteile gewinnen. Diese Vorhaben untermauerte Jürgen Renz, Vice President GCN & Deutschlandchef bei Dell EMC, bei der Vorstellung des Systems deutlich: "Mit der PowerEdge MX werden wir in 2020 die Nr. 1 im Blade-Markt in Deutschland sein."

Jürgen Renz, Vice President GCM & GM Germany bei Dell EMC, beurteilt den Blade-Server-Markt optimistisch.
Jürgen Renz, Vice President GCM & GM Germany bei Dell EMC, beurteilt den Blade-Server-Markt optimistisch.
Foto: Dell EMC

Dell EMC PowerEdge MX im Detail

Das neue Dell EMC PowerEdge MX-Series Portfolio bezeichnet der Hersteller Marketing-wirksam als "Kinetic Architecture". Es umfasst im Wesentlichen fünf Baugruppen: MX7000 Chassis, Compute Sleds, Storage Sled und MX Scalable Fabric Architecture sowie ein System-Management.

Das Chassis Dell EMC PowerEdge MX7000 bildet das Fundament für die neue Blade-Infrastruktur. Das 7-HE-Chassis kann bis zu 8 normale oder 4 doppelt breite Server-Module beziehungsweise bis zu 7 Storage Einschübe beherbergen. Zudem besitz es keine Midplane und soll damit zukünftige Hardware-Updates erleichtern. Die Konnektivität erfolgt über maximal drei redundant ausgelegte I/O-Fabric-Module. Ein ausgeklügeltes Lüfterkonzept, ausfallsichere Management-Module Touchscreen LCD sowie Wireless-Management-Optionen per QuickSysnc2 runden das Chassis-Konzept ab.

Skalierbare Server-Blades für die Rechenleistung

Für die Rechenleistung stehen mit PowerEdge MC740c und PowerEdge MC840c zwei Compute-Blades zur Verfügung. Ersteres ist ein Zwei-Sockel-Server für Intel Xeon Scalable Prozessoren, der besonders zur Virtualisierung und als Applikationsserver geeignet ist und als Basis für Software-Defined Storage und Networking beziehungsweise hyperconverged Infrastructure fungieren kann.

Der Einschub bietet Platz für bis zu 24 DDR4-DIMM- Module sowie 6 x 2,5 Zoll SAS/SATA HDD/SSD oder NVMe SSD Medien. Dagegen lassen sich im PowerEdge MC840c bis zu Xeon-Scalable-CPUs nutzen. Für speicherintensive Workloads stehen insgesamt 48 DDR4-DIMM-Slots für RDIMMs / LRDIMMs zur Seite. Das Lokale Storage kann bis zu acht SAS/SATA HDD/SDD oder NVMe SSD Medien verwalten. Die Entwickler haben diesen Server speziell für Datenbanken, ERP und Misson-Critical-Anwendungen konzipiert. Beide Module verfügen über integrierte Dual SD-Karten-Slots, um vorbereitete VMware-Anwendungen zu nutzen. Darüber hinaus plant Dell EMC, auch Computing-Module mit vGPU-Unterstützung für KI- und AI-Anwendungen auf den Markt zu bringen.

Storage Blade für die Datenablage

Zur Speicherung von Daten lassen sich bis zu 7 Storage-Einschübe verwenden, die je 16 2,5 Zoll hot-plug Medien fassen und einen Datendurchsatz von 12 Gb/s erreichen. So sind insgesamt 112 Medien pro MX7000- Chassis verwendbar. Diese lassen sich individuell auf die Server mappen. Die Steuerung und Verwaltung erfolgt über einen integrierten PERC und HBA. Das Modul unterstützt Software-Defined-Storage-Technologien wie vSAN und ist prädestiniert für Storage-lastige Datenbankanwendungen (SQL, ERP).

Fabric-Architektur sorgt für Konnektivität

Für die Konnektivität setzt Dell EMC auf Ethernet- und Fibre-Channel-Switch-Module. Die vier Varianten, MX9116n, MX7116n, MX5108n und MXG610n bieten sowohl 25-Gigabit-Ethernet- als auch 32-Gigabit-Fibre-Channel-Anschlüsse für Hosts. Zudem sorgen 100 Gigabit Ethernet und 32 Gigabit Fibre Channel Uplinks für geringe Latenzen und eine hohe Bandbreite über mehrere Chassis. Ein einheitliches Management dieser Netzwerc-Fabrics erlaubt automatisierte Prozesse für Topologie-Compliance, Quality of Service und die autonome Bewältigung von Spitzenlasten.

Zentrales Systemmanagement

Zusätzlich sind die Server-Blades beziehungsweise das MX-Chassis mit zahlreichen Features inklusive zwei redundanter Management Module ausgestattet, die die Funktionalität, Sicherheit und Management vereinfachen. Dazu zählt zum Beispiel der integrierte Dell Remote Access Controller (iDRAC9) mit Lifecycle-Controller-Technologie. Dieser erlaubt es den Administratoren, die Systeme von überall zu verwalten und zu überwachen und das sogar ohne eines installierten Betriebssystems. Darüber hinaus lassen sich die Systeme per Quick Sync 2 in Verbindung mit iDRAC auch mobil per Tablet oder Notebook konfigurieren und managen.

Für ein systemübergreifendes, zentrales Systemmanagement offeriert Dell EMC für den MX-Blade-Server die OpenManage Enterprise Modular Edition, die es auch als virtuelle Appliance gibt. Es handelt sich dabei um ein einheitliches Interface, das die gesamte Verwaltung des Systems inklusive Monitoring übernimmt. Damit lassen sich bis zu 80 Server in 10 Chassis steuern und schnelles, teil automatisiertes Deployment per auto Chassis und Node Discovery durchführen. Ein RESTful-API-Support erlaubt Scripting und Third-Party-Integration. Laut Dell EMC soll OpenManage Enterprise in Zukunft die zentrale Management Plattform für alle Dell-Server werden.

Support erleichtert die Implementierung

Neben der reinen PowerEdge-MX- Hardware, die ab sofort über qualifizierte Partner oder direkt von Dell EMC erhältlich ist, bietet das Unternehmen auch umfangreiche Support- und Implementierungs-Services an. Diese erstrecken sich von komplett integrierten modularen Lösungen bis hin zu individuellen Implementierungen und Konfigurationen in Digitalisierungs- oder IoT-Projekten.