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Debitel mit hohem Nettogewinn

16.08.2004

Der Mobilfunkanbieter Debitel AG hat sein Ergebnis im ersten Halbjahr 2004 trotz leichten Umsatzrückgangs deutlich verbessert. Wegen der Verunsicherungen durch den Eigentümerwechsel ist die Anzahl der Nutzer jedoch europaweit im zweiten Quartal um 48.000 auf 10,28 Millionen gesunken, während Konkurrent Mobilcom 400.000 Neukunden warb (Computerwoche.de berichtete). Der neue Vorstandsvorsitzende von Debitel, Paul Stodden, hat jedoch bereits die Aufholjagd gestartet. Seinen Angaben zufolge hat das Stuttgarter Unternehmen seit Juni allein in Deutschland wieder 150.000 Nutzer hinzugewonnen.

Der bisherige Großaktionär Swisscom hatte im Mai seine 95-prozentige Beteiligung an die Investment-Gesellschaft Permira verkauft (Computerwoche.de berichtete). Wie Stodden erklärte, hat der ungewöhnlich lange Verkaufsprozess bei Kunden und im Handel zu Irritationen geführt. Als Reaktion auf diese Entwicklung kündigte der frühere Vorstandsvorsitzende von Siemens Business Services (SBS) an, das Unternehmen werde in der zweiten Jahreshälfte verstärkt in die Gewinnung von Kunden investieren. Die für die Vertriebsaktivitäten anfallenden Kosten würden jedoch den Gewinn in der zweiten Jahrshälfte belasten.

Der Vermarkter von Mobilfunkverträgen konnte im ersten Halbjahr 2004 seinen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 31 Millionen auf 63 Millionen Euro verdoppeln. Unter dem Strich erzielte das Unternehmen einen Nettoprofit von 28 Millionen Euro, nachdem im ersten Halbjahr 2003 noch ein Fehlbetrag von drei Millionen Euro angefallen war.

Der Umsatz sank im Jahresvergleich um drei Prozent auf 1,41 Milliarden Euro. Als Grund nannte Debitel die niedrigeren Erlöse mit Prepaid-Karten bei der niederländischen Tochtergesellschaft sowie die Einstellung des Hardwareverkaufs in Frankreich. Diese Faktoren hätten im internationalen Geschäft zu einem Einnahmenrückgang um 14 Prozent geführt. In Deutschland hingegen konnten die Stuttgarter dagegen ihren Umsatz mit 1,04 Milliarden Euro um zwei Prozent anheben. (mb)