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Debis scheitert an Notebook-Vernetzung bei MTU

29.02.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Blamage für das Debis Systemhaus: Ein Outsourcing-Auftrag scheiterte offenbar an der Vernetzung von 200 Notebooks bei MTU in München. Der ausgebootete Partner Dell ist nun wieder im Rennen - ebenso wie die hauseigene IT-Abteilung.

Ende letzten Jahres fiel der bisherige Hardwarelieferant Dell in Ungnade, weil er zugesagte Lieferfristen nicht einhalten konnte. Zu diesem Zeitpunkt gab es bei MTU ohnehin die Überlegung, bei der IT-Infrastruktur zukünftig stärker auf Outsourcing zu setzen. Das Debis Systemhaus, ebenso wie MTU eine Daimler-Chrysler-Tochter, wurde auserkoren, zunächst die Vernetzung der 200 hauseigenen Notebook-Arbeitsplätze auf Basis von Fujitsu-Siemens-Rechnern zu übernehmen.

Wie die COMPUTERWOCHE aus sicherer Quelle weiß, stellten sich rasch erste Schwierigkeiten ein. Nach der Live-Schaltung des neuen Netzes waren die Notebooks zahlreicher Mitarbeiter zum Teil für mehrere Tage nicht mehr arbeitsfähig. Debis erhielt eine Nachbesserungsfrist, gleichzeitig wurde aber der bisherige Hardwarelieferant Dell gebeten, ein Angebot für neue Notebooks abzugeben. Nachdem Debis die Netzprobleme nicht in der geforderten Zeit beheben konnte, orderte MTU statt dessen 200 neue Dell-Rechner. Der Hersteller musste zusichern, die Geräte innerhalb von zwei Wochen zu liefern, und hat diese Frist offenbar eingehalten.

Die Installation übernahm die hauseigene IT-Abteilung. Sie hat innerhalb von vier Wochen 200 Notebooks erfolgreich ausgetauscht und im Netz installiert. Woran das Debis-Projekt letztlich gescheitert ist, warum die Vernetzung von 200 Fujitsu-Siemens-Rechnern nicht geklappt hat, bleibt zunächst Spekulation. Weder Debis noch Siemens oder MTU selbst wollten sich dazu offiziell äußern - angeblich weil das Projekt noch nicht abgeschlossen sei. Mitarbeiter bekamen einen Maulkorb verpasst. Die Vermutungen indes reichen von Hardware-Kompatibilitätsproblemen (Grafikkarten, Netzwerkkarten) bis zu einer inkompetenten Projektabwicklung. Kurz vor dem als sicher geltenden Verkauf des Debis Systemhauses jedenfalls kein Ruhmesblatt für die Daimler-Tochter.