Alle wichtigen Informationsbestände sollen abfragbar werden:

DDR vernetzt zentrale Datenbanken

14.03.1986

BERLIN (vwd) - Mit dem Aufbau eines Netzes automatisierter Informationsdienste und Datenbanken will die DDR noch in diesem Jahr beginnen. Zunächst wird eine erste Leistungsetappe vorbereitet, die bis 1987/88 verwirklicht sein soll.

Als Ziel des Projekts nannte der Direktor des Zentralinstituts für Information und Dokumentation der DDR, Hans Och, zentralisierte Dienste zur allgemeinen Nutzung für alle Wissensgebiete und volkswirtschaftlichen Querschnittsfragen sowie für bestimmte Quellenarten, Kenndaten und häufig benötigte Fakten zu schaffen.

Bezogen auf das Jahr 1990 geht Och von mehreren hunderttausend Fernrecherchen im Jahr aus sowie mehr als eine Million Fernbestellungen von Literaturquellen. Die Nutzungsgebühr werde voraussichtlich je Minute Fernzugriff weniger als zehn Mark betragen. Alle wichtigen Informationsbestände der DDR und in den Mitgliedsländern der östlichen Wirtschaftsgemeinschaft RGW sollen im Ferndialog abfragbar sein.

Die erste Leistungsetappe sieht unter anderem vor, die Fernrecherche zu einigen wichtigen Datenbanken der DDR und anderer sozialistischer Länder zu ermöglichen. Als notwendige Voraussetzung für die Nutzung dialogfähiger Informationsdienste nannte Och den Einsatz arbeitsplatznaher Terminals bei den Kunden sowie die Gewährleistung ausreichend guter Nachrichtenverbindungen durch die DDR-Post.

In den 90er Jahren sollen Kreditkarten mehr und mehr den Zahlungsverkehr in der DDR bestimmen, berichtete jetzt das Informationsbüro West in Berlin. Bisher ist es nur in einigen Ostberliner Sparkasse möglich, mittels einer Kreditkarte an einem Geldautomaten Geld vom Konto abzuheben.

In einigen Jahren, so Professor Dieter Hammer vom Institut für Informatik und Rechentechnik der DDR-Wissenschaftsakademie, soll es möglich sein, in Geschäften mit der Kreditkarte zu zahlen. Dabei stelle die Kasse eine Verbindung zum Konto des Karteninhabers her. Es werde geprüft, ob das Kontoguthaben für die Bezahlung der Waren ausreicht. Sei das der Fall, nehme die Kasse die Abbuchung vor. Die Einführung müsse, so Hammer, über einen sehr langen Zeitraum erfolgen. Dazu Seien Investitionen von vielen Milliarden Mark nötig.