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DB2 8.1 kommt am 21. November

18.09.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - IBM hat gestern bekannt gegeben, dass das nächste Major Update seiner Datenbank DB2, Version 8.1, am 21. November erscheint. Für das neue Release verspricht der Hersteller Verbesserungen in Sachen Installation, Verwaltung und Leistung von Business-Intelligence-Anwendungen. Außerdem gibt es neue Preise.

Bislang offerierte Big Blue DB2 als "Enterprise Edition" für 20.000 Dollar pro CPU und als "Extended Enterprise Edition" mit unter anderem Clustering-Fähigkeiten für 25.000 Dollar je Prozessor. Künftig gibt es nur noch die "Enterprise Edition" für 25.000 Dollar pro CPU, die Cluster-Erweiterung muss für 7500 Dollar je Prozessor separat erworben werden. "Die Enterprise-Version wird ein bisschen teurer, aber wir haben dafür auch 432 neue Features eingebaut", erklärte Jeff Jones, Director of Strategy des IBM-Bereichs Data Management Solutions. "Dies ist ein großes, großes Update für uns."

Vor allem BI-Applikationen sollen vom neuen "Multidimensional Clustering" profitieren. Dahinter verbirgt sich die gemeinsame Speicherung verschiedener für eine bestimmte Anwendung oder Abfrage relevanter Teile einer verteilten Datenbank auf einer Disk, sodass analytische Queries schneller ablaufen. "Administrator und Anwendungs-Team legen fest, welche Columns und Daten Teil des multidimensionalen Cluster sein sollen", erläutert Jones.

In die gleiche Richtung zielen die erweiterten "Federation"-Fähigkeiten von DB2 8.1. Dabei werden über mehrere Datenbanken verteilte Daten, die eine bestimmte Anwendung benötigt, zusammengefasst und zwecks schnellerem Zugriff lokal vorgehalten. Die aktuelle Version beherrschte dies bereits für mehrere DB2-Datenbanken; das neue Release kann auch Konkurrenzprodukte von Oracle, Microsoft und Co. einbinden.

Erweiterungen gibt es auch in Sachen Web-Services. Informationen über solche Anwendungen publizieren kann schon die aktuelle Version von DB2. Mit Release-Stand 8.1 vermag die Datenbank nun auch Informationen von Web-Services zu nutzen - beispielsweise mit einer Finanz-Abfrage, die einen als Web-Service bereit gestellten Echtzeit-Aktienkurs integriert.

Gedulden müssen sich allerdings noch alle Anwender, die auf eine Unterstützung des entstehenden Standards "XQuery" warten. Diese wird von praktisch allen großen Datenbankanbietern unterstützt und soll die Behandlung von XML-Daten so ermöglichen, als handele es sich dabei um normale relationale Daten. IBM hat XQuery für DB2 zwar schon seit Juni dieses Jahres online demonstriert, für ein kommerzielles Releases sei aber die Zeit noch nicht reif, so Jones: "XQuery ist ein sehr großes Projekt und es wird noch ein paar Versionen brauchen, bis wir das eingebaut haben." Stattdessen setzt IBM vorerst auf Erweiterungen von SQL, um den Umgang mit XML-Daten zu verbessern und Funktionen wie Schema-Validation und Style-Transformation zu ermöglichen.

Clarity Payment Solutions aus New York hat die Beta von DB2 8.1 für sein Kreditkarten-Abrechnungssystem getestet. Nach Angaben von IT-Chef Tim Kuchlein war vor allem der verbesserte und deutlich schnellere JDBC-Treiber (Java Database Connectivity) von DB2 8.1 für das Upgrade ausschlaggebend. "Vom Standpunkt des Administrators ist die neue Version deutlich einfacher zu managen als frühere Release", so Kuchlein. "Die neuen GUI-Tools sind klasse, beim Health-Monitoring kann man für bestimmte Bereiche Grenzwerte setzen und bekommt dann eine E-Mail, wenn diese überschritten werden."

Auch die Speicheranforderungen seien dank eines neuen grafischen Tools, das die Datenbank und angeschlossene Anwendugen mit ihrem jeweils belegten Speicher abbilde, einfacher zu verwalten. Während des Beta-Tests sei es ein- oder zweimal zu Abstürzen gekommen. Diese hingen aber vermutlich eher mit Frontend-Anwendungen zusammen als mit der Datenbank selbst. "Wenn alles gut geht, setzen wir die Software ein, sobald die GA (General Availability) erreicht ist", erklärte der Clarity-Payment-Mann.

Verstärkt ansprechen will IBM mit Release 8.1 aber auch kleinere Unternehmen. Für diese oder für Abteilungen innerhalb großer Firmen offeriert der Hersteller die "Workgroup Unlimited Edition", die mit 7500 Dollar pro CPU deutlich preiswerter ist als bisher (14.000 Dollar). Alternativ gibt es hier auch ein Pro-Nutzer-Preismodell ("Workgroup Server Edition"); dieses kostet 969 Dollar pro Server und 249 Dollar je benanntem Anwender. Kleineren Anwendern soll auch der verbesserte "Configuration Advisor" entgegenkommen. Diese Software versucht, anhand einiger Fragen Teile des Installationsprozesses zu automatisieren und die Datenbank an bestimmte Nutzungstypen anzupassen. Neu sind hier fragen zu Geschäftsprozessen, beispielweise ob die Datenbank vor allem für BI, für Transaktionen oder für beides gleichermaßen dienen soll.

Last but not least gibt es auch künftig als kleinste Ausführung die 369 Dollar teure "Personal Edition" (die frühere "Satellite"-Variante mit Remote-Administration-Features entfällt ersatzlos). Diese zielt vor allem auf mobile Anwender mit Notebooks und ermöglicht die Übernahme von Daten aus sowie die Synchronisation mit Unternehmens-Datenbanken.

Seit Juli befindet sich DB2 8.1 im Betatest. Weitere Details zu den Neuerungen finden sich hier. Im November erscheinen zunächst die Versionen für AIX, HP-UX, Linux und Windows. Für die OS/390-Version steht der Termin noch nicht fest. Jones zufolge erzielte IBM bei kleinen und mittleren Unternehmen im letzten Quartal mit DB2 dreistellige Umsatzzuwächse. Vor allem die Linux-Ausführung wurde nachgefragt, diese bot Big Blue zum halben Preis an. Ob dieser Rabatt auch für Version 8.1 gewährt wird, ist noch unklar. (tc)