Daten neu denken

Datendemokratisierung mit Cloud Data Stack

22.11.2021
Von   IDG ExpertenNetzwerk
Alexander Zipp ist Startup-, Sales & Marketing-Experte mit mehr als zehn Jahren Berufserfahrung in Fach- und Führungsrollen. Zu seinen beruflichen Stationen zählen unter anderem LinkedIn und Asana. Für beide Unternehmen hat er den Standort München mit eröffnet und den Aufbau beider Marken im deutschsprachigen Raum vorangetrieben. Zurzeit verantwortet der Autor die Aktivitäten für Fivetran in der DACH-Region.
Eine datenzentrierte Unternehmenskultur braucht die richtige Einstellung. Im Zusammenspiel mit innovativen Technologien sichern sich Unternehmen Wettbewerbsvorteile.
Datendemokratisierung kann der Innovationskraft und Kundenorientierung von Unternehmen dienlich sein.
Datendemokratisierung kann der Innovationskraft und Kundenorientierung von Unternehmen dienlich sein.
Foto: solarseven - shutterstock.com

Die meisten Unternehmen erheben für sich den Anspruch, datengesteuert zu sein. In der Praxis werden Analyseprojekte und der Einsatz neuer Technologien in allen Branchen noch immer durch altbekannte Probleme ausgebremst: Isolierte Datensätze und nicht verwertbare Daten wirken sich negativ auf Kundenbeziehungen und Profite aus.

Die Ursache ist ein doppeltes Problem: Aufgrund veralteter Technologien oder Praktiken haben Datenanalysten oft keinen Zugriff auf die benötigten Daten. Sie sind nicht in der Lage, neue Erkenntnisse zu gewinnen oder Schwachpunkte in den verschiedenen Abläufen zu erkennen. Stehen aufschlussreiche Analysen zur Verfügung, scheitert es meist an den Mitarbeitern des jeweiligen Bereichs. Viele Teams sehen es nicht in ihrer Verantwortung, die Erkenntnisse in ihren Aufgabenbereichen zu verwenden - oder wissen sie nicht zu nutzen. Erfolgreiche, kundenorientierte Marken beweisen tagtäglich, warum eine solche Denkweise überwunden werden sollte.

Wenn jeder im Unternehmen Daten abfragen, interpretieren und als Entscheidungshilfe nutzen kann, entsteht ein regelrechter Hunger nach Erkenntnissen. Auf diese Weise bewegt sich das Unternehmen automatisch in Richtung Innovation und Kundenorientierung. Dafür müssen zunächst alle relevanten Daten gesammelt, für die Analyse aufbereitet und allen Teams und Abteilungen im Unternehmen zugänglich gemacht werden.

Datendemokratisierung mit einem Cloud Data Stack

Das lässt sich heute am besten mit dem sogenannten Modern Data Stack umsetzen, der drei Kerntechnologien verbindet:

Die Kombination aus diesen Technologien beseitigt nicht nur die größte Hürde im Umgang mit Daten - die zeitaufwendige und arbeitsintensive Integration aller relevanten Daten aus unzähligen fragmentierten Quellen - sie ermöglicht außerdem die Visualisierung der Daten in unternehmensweiten Dashboards, die jeder Mitarbeiter einsehen und nutzen kann.

Hat ein Unternehmen diese Hürde genommen, bleibt die Frage, wie und wozu die Daten genutzt werden. Im nächsten Schritt gilt es deshalb, das volle Potential der Mitarbeiter zu mobilisieren und ihnen zu zeigen, welchen Nutzen sie aus den Daten ziehen können. Drei Aspekte sind dabei wesentlich:

1. Daten als Antwort

Nahezu alle Entscheidungen in einem Unternehmen hängen mit Daten zusammen, und doch werden überraschend viele Mitarbeiter sagen: "Für meine Arbeit sind Daten unerheblich." Wenn Mitarbeiter keine klare Zuständigkeit und Verantwortung für die Daten übernehmen, lässt sich kaum feststellen, ob Chancen verpasst wurden, wo Probleme aufgetreten sind und welche Maßnahmen künftig zum Erfolg führen könnten.

Zuallererst müssen Führungskräfte ihren Mitarbeitern zeigen, wie sie ihre Aufgaben mithilfe von Daten effizienter erledigen können: Zunächst sollte jede Abteilung gefragt werden, wo die größten Herausforderungen liegen und wie die Ergebnisse idealerweise aussehen sollten. So lässt sich im nächsten Schritt am einfachsten aufzeigen, dass Daten den Schlüssel für Beides enthalten. Schon bald werden die Mitarbeiter in Daten nicht nur die Antwort auf bestehende Fragen sehen, sondern anfangen, neue Fragen zu stellen.

2. Daten als Produkt

Wer im Umgang mit Daten nicht vertraut ist, behandelt sie oft als abstraktes Konzept. Tatsächlich sind sie aber ein Produkt: Sie müssen, wie andere Produkte auch, erworben, gepflegt und genutzt werden, und einen guten Return on Investment (ROI) erzielen. Wenn man frühzeitig aufzeigt, wie Daten strategische Fragen für das Unternehmen beantworten können, entstehen neue Anwendungsfälle. So lässt sich die Datennutzung auf gleiche Weise wie bei einem Produkt skalieren. Ein besonders guter Indikator für den ROI sind dann die täglichen Zugriffe aktiver Benutzer auf Dashboards und Berichte.

Je mehr Mitarbeiter sich mit Daten auseinandersetzen, umso mehr Fragen kann ein Unternehmen beantworten und adressieren. Dies setzt allerdings ein hohes Maß an Eigenständigkeit voraus. Die zugrundeliegenden Technologien müssen daher die Datenanalyse, -Visualisierung und -Interpretation so intuitiv wie möglich machen. Wenn aktuelle und relevante Daten leicht zugänglich und darstellbar sind, werden Ihre Mitarbeiter sie zunehmend eigenständig in ihre Arbeit einbeziehen.

3. Daten als Sprache

Die Fähigkeit, Daten zu interpretieren, ist der Schlüssel für die Schaffung einer gemeinsamen Sprache, die unkonventionelles Denken fördert und Innovationen möglich macht. Dabei gilt: Übung macht den Meister. Je öfter also Mitarbeiter mit Daten arbeiten und sie für ihre strategische Zwecke nutzen können, umso besser. Sobald Mitarbeiter ihre alltäglichen Aufgaben datenbasiert bewältigen, werden Daten, wie jedes andere essenzielle Tool, zu einem selbstverständlichen Instrument für Marketingfachleute, Kundendienstmitarbeiter oder Finanzberater.

Meetings, die sich bislang um Problemlösung drehten, werden stattdessen zu Brainstorming-Sitzungen über die Zukunft - und datengetriebene Entscheidungsfindung wird für alle im Unternehmen zur natürlichen Vorgehensweise. (fm)