Das vierte Chaos

30.08.1985

Vor langer, langer Zeit, als die alten Umstöpsler gerade den Stapellauf der 1401-Lochkartenmaschine feierten, lebte ein Freelance-Fachblattschreiber, der die "erste Generation" erfand - nur den Begriff natürlich. Damit hatten wir den Verhau.

Die Vertreter der zweiten Rechnergeneration, virtuelle Number-Cruncher mit eingebildeter Realtime-Fähigkeit, richteten dann das erste Chaos an: Enorme Ressourcen versickerten in dem Bermuda-Dreieck zwischen Cache-Memory, Paging-Bereichen und Batch-Partitions.

Daß die zentralen Großrechner in Parkinsonsche Agonie verfallen würden, hatte sich schon beim Aufkommen dummer Terminals gezeigt.

Vollends in die Hose ging die Chose, als Hostfunktionen in intelligente Subsysteme verlagert wurden. Distributed Data Processing führte zu Chaos Nummer zwei.

Mit dem "Personal Computer" änderte sich nur so viel, daß Parkinson nunmehr auch in den Fachbereichen stattfand - macht Chaos Nummer drei.

Während der PC verblaßt, stellen sich DV-Profis die bange Frage: Was kommt danach? Die Antwort kann nur lauten: das vierte Chaos.