Big Data und die Speicherkapazität

Die Speichermedien der Zukunft

12.09.2016
Von 
Thomas Joos ist freiberuflicher IT-Consultant und seit 20 Jahren in der IT tätig. Er schreibt praxisnahe Fachbücher und veröffentlicht in zahlreichen IT-Publikationen wie TecChannel.de und PC Welt.

Datenspeicher in Microsoft Azure nutzen und mit Tools zugreifen

In Microsoft Azure bietet Microsoft die Möglichkeit Daten zentral zu speichern. Der Speicher in Azure hat vor allem die Aufgabe, zentral für die verschiedenen Cloud-Dienste und virtuellen Server zur Verfügung zu stehen. Der größte Vorteil des Speichers ist vor allem dessen extreme Skalierbarkeit. Sie können Petabytes an Daten in der Cloud speichern. Zusätzlich lässt sich der Speicher auch georedundant nutzen und dadurch hochverfügbar zur Verfügung stellen.

Azure Storage kann aber noch mehr: Mit neuen Hardware-Appliances mit der Bezeichnung "Storsimple", lassen sich lokale Speicher in Unternehmen bereitstellen und mit Azure Storage synchronisieren. Auf diesem Weg können lokale Ressourcen auf den Speicher in Azure zugreifen, aber auch VMs in Microsoft Azure auf den lokalen Speicher auf dem Storsimple-Gerät. Um Azure Storage zu testen, können Sie die Testversion von Microsoft Azure buchen. Hier haben Sie alle Möglichkeiten, die Sie auch bei einer herkömmlich lizenzierten Version haben.

Speicher aus Quarzglas - große Datenmengen sicher speichern

Forscher aus England (Optoelectronics Research Centre (ORC) in Southampton) haben auf einer kleinen Glasmünze mit der Größe eines 2-Euro-Stücks 360 TByte Daten gespeichert. Beschrieben wird "Scheibe aus Glas" mit einem speziellen Laser. Natürlich handelt es sich bei dem Speicher um keine gewöhnliche Glasbeschichtung, sondern einen Nano-Speicher, der sich in verschiedene Schichten ausgerichtet kann. Das Speichersystem nutzt fünf Dimensionen (X-Achse, Y-Achse, Z-Achse, Größe, Ausrichtung), um die Informationen ins Medium zu übertragen. Die Positionierung erfolgt auf Basis der Lichtbrechung. Quarz-Speicher bieten die Möglichkeit, per Mikroskop ausgelesen werden zu können.

Weitere Vorteile des Speichers sind dessen nahezu unendliche Speicherdauer und seine geringe Störempfindlichkeit. Zudem widersteht der Datenträger Temperaturen von über 1000 Grad Celsius. Aktuell arbeiten bereits einige Speicherhersteller, wie etwa Hitachi, an der Bereitstellung von Datenspeicher aus Glas.

Holographische Datenträger

CDs und DVDs haben den Nachteil durch Kratzer und andere Beschädigungen zerstört zu werden. Als dauerhafte Speichermedien sind sie daher nicht geeignet. Es gibt aber bereits seit Jahren Forschungen in Richtung Holographic Versatile Disc (HVD). Diese wurde ursprünglich als Konkurrenz zur Blu-ray Disk entwickelt, hat sich aber (noch) nicht durchgesetzt. Vorteil ist die größere Speichermenge mit etwa 1 TByte. HVDs sollen unempfindlicher gegen Kratzer sein. Derzeit wurde die Entwicklung vorübergehend eingestellt, wird aber Gerüchte zur folge wieder aufgenommen.

Racetrack-Speicher - Die Rennstrecke für Daten

Racetrack Speicher (Rennstrecke) speichert Daten auf Nanodrähten. Dabei werden die Drähte nebeneinander positioniert. Der Vorteil dieser Speichertechnologie ist sehr hohe Speicherdichte, im Vergleich zu den heutige gängigen Speicher. Forscher schätzen, dass mit der Technik weit über das Hundertfache der Datenmenge von aktuellen Flashspeichern auf den Datenträgern gespeichert werden kann.

Bio-Speicher mit Bakterien

Forscher aus Harvard entwickeln derzeit ein Medium, dass auf Basis einer Speicherschicht aus Proteinen, Eiweiß und Bakterien Daten speichern kann. Die Protein Croated Disc (PCD) kann bis zu 50 TByte an Informationen speichern. Auch hier spielt der Lichteinfall eine wichtige Rolle. Das Protein des Bakteriums "Halobacterium salinarum" sondert eine Substanz ab, mit der sich Daten speichern lassen. Das Medium sieht aus wie eine DVD, enthält aber eine spezielle Schicht, welche Daten zuverlässig speichert.

Bundesamt für Zivilschutz lässt den Mikrofilm auferstehen

Das Bundesamt für Zivilschutz arbeitet derzeit an einem Projekt, mit dem sich Bild-basierende Daten dauerhaft auf Mikrofilm (auch in Farbe) speichern lassen. Der Vorteil dabei ist, dass diese Daten nahezu unbegrenzt auf Mikrofilmen gespeichert werden können und diese auch ohne Computer lesbar sind. Natürlich ist dieser Art von Speicher nicht für Unternehmen geeignet, die ständig mit Daten arbeiten müssen. Geeignet sind die Datenträger dagegen für Bibliotheken und Archive, die eine lange Speicherdauer von Archivinformationen benötigen. Derzeit sind 400 Jahre geplant. Danach müssen diese Daten wieder umkopiert werden.