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Das Neueste zu EU vs. Microsoft

16.03.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Wahrscheinlichkeit wächst, dass Microsoft bald in 15 Ländern - und nach der EU-Osterweiterung noch mehr - der Erde zwei Varianten von Windows verkaufen muss, davon eine ohne den Windows Media Player. Die EU-Kommission will, dass PC-Hersteller eine Mediensoftware ihrer Wahl beilegen können - neben Windows Media beispielsweise den RealPlayer oder Quicktime. Alle 15 Mitgliedsstaaten haben jedenfalls gestern ihre Unterstützung für die vorläufige Entscheidung gegen den Redmonder Softwarekonzern erklärt, deren endgültiger Inhalt vermutlich am 24. März bekannt gegeben wird.

Neben dem Unbundling des Media Players, das Microsoft wegen seines "Rechts auf Innovation" genauso ablehnt wie die Auskopplung des Internet Explorers im historischen US-Kartellprozess, sieht das Papier von Wettbewerbskommissar Mario Monti dem Vernehmen nach außerdem eine Geldstrafe in Höhe von 200 Millionen Euro für unlauteren Wettbewerb in der Vergangenheit (das zahlt Microsoft locker aus der Portokasse) sowie eine stärkere Offenlegung von Server-Technik aus Windows vor.

Die Ermittlung der EU läuft seit rund fünf Jahren. Microsoft ist noch immer zuversichtlich, sich außergerichtlich mit der Brüsseler Exekutive einigen zu können. "Die Verhandlungen dauern an, und wir arbeiten mit der Kommission an einer gütlichen Lösung des Falles", erklärte Tom Brookes, ein Sprecher des Softwareriesen in Brüssel. (tc)