Das Millionending

28.01.1977

Mit einer Million in Brasilien, Cafe con Leche auch als Hautfarbe - keine schlechte Idee. Nur reicht es nicht, tüchtiger EDV-Spezi zu sein, man sollte auch als Gangster-Profi bestehen.

In jedem Fall kann man aus dem Fall des englischen Kollegen Rodny C. lernen. Blitzkarriere: Bereits mit 25 angeblich EDV-Chef der Rotterdam Europa-Hauptverwaltung des britischen Chemiefaser-Giganten ICI. Zugegeben, "Europa" heißt für die Briten: "Rest des Kontinents". Aber: Immerhin machen die Milliarden-Umsätze und alljährlich auch rechtzeitig eine Jahresbilanz. Diesmal aber nicht. Denn der Rodny klaute nicht nur die Bänder und Platten aus dem Rechenzentrum, sondern auch die Duplikate aus dem Auslagerungs-Archiv. Tüchtig, tüchtig! Dann bat er zur Kasse: 500000 Dollar Cash. Man einigte sich telefonisch auf DM 850000.

Details standen als ap-Meldung in der Tagespresse. "Völlig neue Art von Erpressung" schrieb Axels Berliner Morgenpost. Wirklich so neu? Bald wohl auch nicht mehr ! Kollege R. C. sitzt jetzt bei Scotland Yard. Wer läßt sich denn auch bei der Übergabe des Zasters vor einer Boutique in Londons Oxford Street persönlich schnappen? Wohl zu wenig Org.-Erfahrung? Schade, schade.

Wenn jetzt im Bundes-Datenschutzgesetz so`n Paragraph sechs verschiedene Sicherungsmaßnahmen erzwingt, wird es wohl langsam Zeit. S. T. jedenfalls wird die Karneval-in-Rio-Sonderreise buchen, um da unten die Lage und die Hautfarbe zu prüfen. Eine Million Märker dürften wohl auch bei uns drin sein.