Führungskultur

Das Management-Team macht den Unterschied

05.09.2011
In den hart umkämpften Märkten der IT-Branche ist Führungskultur eines der wichtigsten Merkmale, mit denen Firmen sich von der Konkurrenz unterscheiden können, sagt die Münchner Unternehmensberaterin Uta von Boyen.
"Firmen müssen sich der Frage stellen, welche Führungskräfte und Mitarbeiter sie künftig benötigen.", Uta von Boyen, Unternehmensberaterin
"Firmen müssen sich der Frage stellen, welche Führungskräfte und Mitarbeiter sie künftig benötigen.", Uta von Boyen, Unternehmensberaterin
Foto: von Boyen Consulting

Die ehemalige Strategieberaterin hat vor rund elf Jahren eine einmalige Nische gefunden, wie sie erzählt. Von Boyen arbeitet branchenübergreifend mit ihrem Team in München an der Schnittstelle zwischen Personalberatung, Organisations- und Führungskräfteentwicklung. Einen Schwerpunkt bildet dabei die IT-Industrie. Hier sei in den letzten Jahren viel passiert, und durch die veränderten Rahmenbedingungen müssten sich Mitarbeiter auf immer neue Situationen einstellen.

Als Stichworte nennt von Boyen die starke Prozessorientierung der IT, das in Richtung fachliches und kaufmännisches Wissen veränderte Berufsprofil der IT-Manager, Führung von Teams im Zuge verstärkter Outsourcing- und Nearshoring-Aktivitäten sowie den Generationenkonflikt.

Auf die Frage, ob dieser Konflikt nicht künstlich aufgebauscht werde, erzählt die Münchner Beraterin aus einem Projekt in einer Versicherung. Hier wird die IT-Abteilung gerade in zwei getrennte Organisationen aufgesplittet, weil die Konflikte zwischen Jung und Alt unüberbrückbar waren und sich keine andere Lösung finden ließ als eine Aufteilung.

Gerade deshalb sei das Thema Führung so wichtig. Manager seien zum Beispiel in diesem Fall gefordert, ein gutes Arbeitsklima zu schaffen, damit mehrere Generationen unter einem Dach arbeiten könnten: "Sie müssen einen Ort schaffen, wo Mitarbeiter gerne hingehen und gemeinsam Erfolge feiern", empfiehlt von Boyen. Das benötigte Führungspotenzial sei in den meisten Unternehmen vorhanden. Teil ihres Konzepts ist es nämlich, mit einer kleinen Truppe beim Auftraggeber anzutreten und mit dessen Managern Strategie und Umsetzung etwa einer neuen Firmen- und Führungsphilosophie zu erarbeiten: "Wir sind der Zwerg auf den Schultern des Riesen", beschreibt sie ihre Arbeitsperspektive.

Besonders heikel ist nach den Erfahrungen der Beraterin die Integration von kleinen Firmen in einen Konzern. Diese Mammutaufgabe stemme das Management in den seltensten Fällen: "Weil der Große es nicht schafft, mit seinen Leuten in einem neuen Markt zu agieren, kauft man sich einen erfolgreichen Kleinen", beobachtet sie immer wieder: "Am Anfang darf sich der Übernommene - zumindest in einigen Fällen - noch als gallisches Dorf fühlen und seine Geschäfte mit den eigenen Erfolgsparametern fortführen, aber irgendwann findet dann die Integration mit der Dampfwalze statt."

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