Web 2.0

Das bessere Wissens-Management

02.12.2010
Von Robert Gammel
Social-Media-Dienste und -Tools spielen im Unternehmensalltag eine immer wichtigere Rolle. IT-Chefs müssen damit umgehen und eine Strategie entwickeln.
Rund 20 CIOs trafen sich im Rahmen der COMPUTERWOCHE-Konferenz IT@automotive in der Wolfsburger Autostadt und diskutierten darüber, ob die Generation Facebook mit klassischen Führungsmethoden zu erreichen ist.
Rund 20 CIOs trafen sich im Rahmen der COMPUTERWOCHE-Konferenz IT@automotive in der Wolfsburger Autostadt und diskutierten darüber, ob die Generation Facebook mit klassischen Führungsmethoden zu erreichen ist.
Foto: Joachim Wendler

Der Hype um das Web 2.0 macht auch vor Unternehmensgrenzen nicht halt. Die Konzerne und Firmen im Land gehen jedoch sehr unterschiedlich mit den damit verbundenen Herausforderungen um. Während manche Verantwortliche denken, sich mit dem als rein privat angesehenen Thema nicht auseinandersetzen zu müssen, greifen andere zu drastischen Maßnahmen. So hat beispielsweise Porsche dem Großteil seiner Mitarbeiter das private Surfen am Arbeitsplatz verboten und deshalb Plattformen mit eher privaten Anwendungsszenarien wie die Web-Dienste Facebook, Ebay oder Xing und private E-Mail-Programme wie Google Mail gesperrt. Laut "Wirtschaftswoche" geschieht dies in erster Linie aus Angst vor Wirtschaftsspionage. Der Leiter Konzernsicherheit, Rainer Benne, habe den Schritt damit begründet, dass interne Informationen nach draußen dringen könnten. Porsche-Sprecher Dirk Erat zufolge hat das Unternehmen darüber hinaus Guidelines verfasst, die den Mitarbeitern erklären sollen, was bei der privaten Nutzung von Social Media in Bezug auf dienstliche Belange zu beachten ist. "Daneben gibt es bei Porsche Kollegen in der Kommunikation und im Vertrieb, die sich intensiv mit Web-2.0-Plattformen beschäftigen und natürlich ohne Einschränkungen darauf zugreifen können", so Erat.

Tiefe Einblicke in die aktuellen Herausforderungen an die IT-Verantwortlichen gewährte ein CIO-Roundtable am Rande der COMPUTERWOCHE-Konferenz "IT@automotive" im September.

Dass beim Thema Web 2.0 unterschiedliche Welten aufeinandertreffen können, machte der Konzern-CIO von Volkswagen, Klaus Hardy Mühleck, deutlich. Kürzlich hatte Volkswagen zu einer Open-Space-Runde mit jungen Vertretern der Web-2.0-Generation eingeladen, um über Einsatzszenarien und Risiken von Social-Media-Ansätzen in Unternehmen zu diskutieren. "Vom offenen Meinungsaustausch offensichtlich angetan, wollten die Digital Natives gleich loslegen und aus der Diskussion heraus die ersten Tweets posten", berichtete Mühleck. Das ging dem grundsätzlich aufgeschlossenen Konzern-CIO dann doch zu weit. Er machte deutlich, dass man zwar über Chancen und Grenzen von Offenheit diskutieren könne, aber die Verantwortung für Arbeitsplätze nicht aus dem Auge verlieren dürfe. In der Folge verständigten sich die Diskutanten auf abgestimmte Meldungen zum Diskussionsergebnis.

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