Connected Car

Das Auto der Zukunft ist geschwätzig

12.10.2014
Von 
Bernd Reder ist freier Journalist mit den Schwerpunkten Netzwerke, IT und Telekommunikation in München.

Automobil 3.0: Freie Fahrt für Raser?

Allerdings bringt die Integration von Internet, C-to-X-Kommunikation und IT-Systemen in Fahrzeugen auch skurrile Resultate mit sich. So will der koreanische Hersteller Hyundai im nächsten Jahr in sein Modell Genesis eine Funktion integrieren, die das Fahrzeug automatisch auf die vorgegebene Höchstgeschwindigkeit herunterbremst, wenn eine Radarfalle in Reichweite ist. Hyundai speist dazu Karten mit den aktuellen Standorten von Blitzern in das Navigationssystem ein und koppelt diese mit dem Notbrems-System. Dieses ist eigentlich dafür gedacht, Auffahrunfälle und Kollisionen mit Fußgängern und Radfahrern zu vermeiden. Ob der koreanische Hersteller tatsächlich seine Anti-Radarfallentechnik in den Genesis integriert, muss sich jedoch noch zeigen. Proteste von Verkehrsschützern und Polizei sind vorprogrammiert.

Umgekehrt gibt es Überlegungen, Fahrzeugdaten, die von den bordeigenen C2C- und C2X-Systemen übermittelt beziehungsweise gespeichert wurden, als Beweismaterial bei Unfällen heranzuziehen. Ähnlich wie der Black Box eines Flugzeugs könnten Polizei und Experten von Versicherungen mithilfe dieser Informationen einen Unfallhergang exakter rekonstruieren. Damit würde so manche Schutzbehauptung eines Unfallverursachers hinfällig. Doch auch gegen solche Bestrebungen regt sich Widerstand, insbesondere bei Datenschutzfachleuten. Sie fürchten, dass dies der Einstieg in die umfassende Überwachung von Autofahrern sein könnte. (mb)