Hugo Barra

Darum sind Xiaomi-Smartphones so preiswert

21.01.2015
Verglichen mit den Smartphones vieler anderer, westlich orientierter Hersteller sind die Geräte der chinesischen Unternehmen enorm günstig. Warum Xiaomi seine Smartphones für einen solch niedrigen Preis anbieten kann, verrät nun Vertriebschef Hugo Barra im Interview.
In diesem Jahr sollen 13 bis 15 Millionen Mi Note verkauft werden.
In diesem Jahr sollen 13 bis 15 Millionen Mi Note verkauft werden.
Foto: Xiaomi

Smartphones von Herstellern wie Meizu oder Xiaomi kosten oft nur den Bruchteil eines Samsung-, HTC- oder Apple-Smartphones, obwohl auch sie mit leistungsstarker, meist mindestens ebenbürtiger Hardware ausgestattet sind. In Interviews mit TechCrunch und Your Story verrät Xiaomis Global Sales Manager Hugo Barra, warum das so ist. Zum einen kann der Hersteller durch ein verhältnismäßig klein gehaltenes Produktportfolio - Xiaomi hat nur zwei Geräte-Familien - Entwicklungskosten einsparen und die Geräte länger zum Verkauf anbieten. Während dieses langen Lebenszyklus werden bereits erschienene Modelle in leicht verbesserten Varianten angeboten und die älteren Smartphones im Preis reduziert. Als Beispiel nennt Barra Mi2 und Mi2s, die über 26 Monate zum Kauf angeboten wurden. Daraus ergibt sich auch ein Vorteil für die Kunden: Die Geräte erhalten länger Software-Updates und Ersatzteile werden länger auf Lager gehalten.

Ex-Google-Mann Hugo Barra zusammen mit Xiaomi CEO Lei Jun
Ex-Google-Mann Hugo Barra zusammen mit Xiaomi CEO Lei Jun
Foto: Michael Kan/IDGNS

Zum anderen halte Xiaomi Kontakt zu den Zulieferern der einzelnen Smartphone-Komponenten und handle mit ihnen Verträge aus, die dem Hersteller über einen längeren Zeitraum Kostennachlässe bei den Einzelteilen einbrächten - und die Xiaomi in Form einer Preissenkung an die Kunden weitergebe. Durch die geografische Nähe zu den Fertigungsfabriken könnten darüber hinaus Transportkosten gespart werden. Auch die Entscheidung, neue Geräte nahezu ausschließlich über das Internet zu bewerben und zu verkaufen, spare Kosten ein, die sich auch auf deren Preise auswirkten.

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Im April vergangenen Jahres hat sich Xiaomi das ehrgeizige Ziel gesetzt, im Jahr 2015 mehr als 100 Millionen Smartphones verkaufen zu wollen. Dabei will der chinesische Hersteller weiter in Asien expandieren, in Europa und den USA soll in den nächsten Jahren nicht mit dem Verkauf von Xiaomi-Smartphones zu rechnen sein. Mit dem Mi Note hat das Unternehmen jedenfalls ein heißes, wenn auch etwas höherpreisiges Eisen im Ofen, das sich nach Einschätzungen von Analysten allein in diesem Jahr zwischen 13 und 15 Millionen Malverkaufen wird. Den Startschuss zum Vorverkauf hat Xiaomi bereits gegeben und chinesischen Medienberichten zufolge soll die Nachfrage enorm groß sein.

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