OnePlus One

Cyanogen besiegelt Bruch mit OnePlus

30.04.2015
Eines der interessanteren Features des OnePlus One war bislang das Betriebssystem: Statt auf ein rohes oder gar selbst abgewandeltes Android setzte der Hersteller anfangs auf das Custom-ROM von Cyanogen. Doch die bisherigen Partner können nicht mehr miteinander.
OnePlus One mit CyanogenMod
OnePlus One mit CyanogenMod
Foto: OnePlus

Schon in den vergangenen Monaten zeichnete sich ab, dass OnePlus und Cyanogen Inc. in Zukunft getrennte Wege gehen werden. Das Entwicklerteam des mit 50 Millionen angegebenen Nutzern sehr populäre Custom-ROM CyanogenMod verkündete im Herbst seine Partnerschaft mit einem indischen Smartphone-Hersteller und vergrämte damit das chinesische Start-up OnePlus, das sich offenbar eine exklusive Zusammenarbeit vorstellte. Dabei sollte dies nur ein erster Schritt sein: Aus einem Interview zwischen dem Magazin PC World und den zwei Cyanogen-Vorsitzenden Kirt McMaster und Steve Kondik geht nämlich hervor, dass demnächst mit weiteren Cyanogen-OS-Geräten zu rechnen sei, die in Zusammenarbeit mit chinesischen Herstellern entstehen. Diese würden durch den Einsatz einer bekannten Marke auch außerhalb ihres Heimatmarkts Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Auch auf das Joint Venture mit OnePlus gingen McMaster und Kondik etwas näher ein, nicht ohne ihren Anteil am Erfolg des OnePlus One hervorzuheben: "Ohne Cyanogen hätte OnePlus international nur ein Gerät unter vielen verkauft. Im Grunde haben sie ihre Marke auf dem Rücken von Cyanogen aufgebaut." OnePlus habe zwar eine anständige Anzahl an Geräten verkauft - bis Ende 2014 sollen eineMillionen OnePlus One ausgeliefert worden sein -, das sei, so McMaster, aber noch gar nichts im Vergleich zu einigen ihrer neuen Partner, die deutlich schneller die Produktion aufstocken könnten.

Die zwei Unternehmen hätten nicht harmoniert und jeweils ihre eigenen Ziele verfolgt, betont Kondik: "Zwei neu gegründete Unternehmen versuchen, verrücktes Zeug zu machen, viele Leute geraten dabei aneinander." Cyanogen für das OnePlus One wird "wahrscheinlich das letzte Ergebnis dieser Partnerschaft" sein. Auch Carl Pei, CEO von OnePlus, erklärt in einer E-Mail an PC World, dass zwar beide Unternehmen von dieser Zusammenarbeit profitierten, man aber künftig getrennte Wege gehen werde. "Wir wären nicht dort, wo wir heute sind, ohne diese gemeinsame Errungenschaft," schreibt Pei.

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Auch wenn sich Cyanogen mit dem Cyanogen OS in Zukunft als Entwickler eines mobilen Betriebssystems profilieren möchte, und OnePlus verstärkt auf das eigene Betriebssystem Oxygen OS setzen wird, will Cyanogen das OnePlus One weiter mit Support versorgen. Ob damit auch die Bereitstellung einer zukünftigen Version des Betriebssystems oder nur noch kleinere Wartungsupdates gemeint sind, geht aus dem Bericht nicht hervor. Der Umstieg von einem Android-ROM auf einen selbst weiter entwickelten Fork könnte vergleichsweise extrem ausfallen - anders als bei anderen Herstellern, die laut McMaster dem "Irrglauben" unterliegen, es durch einen leicht veränderten Launcher mit Apple aufnehmen zu können.

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