Lineage OS, OmniROM & Co.

Custom-ROMs mit Android 7 im Überblick

10.08.2017
Von Andreas Hitzig
Das Angebot alternativer ROMs für Android 7 ist inzwischen stark angewachsen. Wir haben uns die interessantesten Kandidaten für Sie angeschaut.

Android 7 wurde Ende August 2016 offiziell veröffentlicht. Seitdem hat sich einiges auf dem Markt der Custom-ROMs getan. Wir stellen Ihnen aktuelle Custom-ROMs auf Basis von Android 7 vor und zeigen Ihnen, welche Lösung am besten für welchen Nutzertyp geeignet ist. Für die Installation eines Custom-ROMs benötigen Sie eine Recovery-Lösung wie das Team Win Recovery Project (TWRP).

Auch Android 7 wartet mit einigen großartigen Custom-ROMs auf.
Auch Android 7 wartet mit einigen großartigen Custom-ROMs auf.

1. Lineage OS

Lineage OS 14.1 basiert auf Android 7.1.2; aktuell wird das ROM insgesamt für rund 180 Smartphones und Tablet angeboten. Ob es auch für Ihr Android Gerät eine passende Implementierung gibt, können Sie im Lineage-Wiki überprüfen. Dort erhalten Sie auch für jedes Endgerät eine detaillierte Anleitung, was Sie bei der Installation beachten sollten.

Ihre Meinung ist gefragt!


Laden Sie sich die benötigten Installationsdateien vom Lineage-OS-Server herunter, und installieren Sie diese über „TWRP“. Nach dem Emde der Installation wird das Smartphone oder Tablet neu gestartet. Werden Sie nicht nervös, wenn Sie für die nächsten Minuten nur das Lineage-OS-Logo sehen. Der erste Bootvorgang nach der Installation dauert bei allen Custom-ROMS sehr lange, da noch einige Einstellungen im Hintergrund vorgenommen werden müssen.

Im Lineage-OS-Wiki erhalten Sie zu jedem unterstützten Endgerät eine detaillierte Anleitung, wie Sie das ROM installieren.
Im Lineage-OS-Wiki erhalten Sie zu jedem unterstützten Endgerät eine detaillierte Anleitung, wie Sie das ROM installieren.

Für die Einrichtung von Lineage OS steht Ihnen wie gewohnt ein Assistent zur Verfügung, mit dem Sie die grundlegende Einrichtung wie Sprache, WLAN, Zeitzone und Standortdienste vornehmen. Am Ende des Vorgangs sehen Sie die Oberfläche von Lineage OS.

Ein erster Blick in die Einstellungen zeigt Ihnen die Basis des neuen Lineage-OS-Betriebssystems: Unter „Einstellungen –> Über das Telefon“ sehen Sie die aktuelle Android-Version 7.1.2.

Bei den vorinstallierten Apps sind die Entwickler bei Lineage OS genauso sparsam wie beim Vorgänger Cyanogenmod. Es sind im Wesentlichen nur der Standardbrowser, die App „AudioFX“ zur Optimierung der Lautsprecher sowie eine App zum Abspielen Ihrer MP3-Dateien vorhanden. Weitere Apps können entweder direkt als APK oder mittels GApps und des Google Play Store installiert werden.

Die Entwickler von Lineage OS haben an vielen Stellen nachgebessert, an denen Funktionen in Android 7 fehlen. Dies wird direkt in den Einstellungen sichtbar: Sie haben zusätzliche Menüs, über die Sie die Navigationsleiste, die Ein-/Aus-Taste, die Lautstärketaste oder auch die Statusleiste individuell konfigurieren können.

Die Oberfläche von Lineage OS sieht wie beim Vorgänger Cyanogenmod sehr spartanisch aus.
Die Oberfläche von Lineage OS sieht wie beim Vorgänger Cyanogenmod sehr spartanisch aus.

Sehr hilfreich ist auch die Möglichkeit, sich unterschiedliche Profile einzurichten, etwa für die Nutzung im Auto oder im Kino, wenn das Smartphone komplett lautlos sein sollte.

Fazit: Für ältere Hardware

Lineage OS eignet sich vor allem für Anwender von älterer Hardware, die keine Updates mehr erhalten und trotzdem das aktuelle Betriebssystem mit neuen Funktionen und regelmäßigen Sicherheitsupdates nutzen möchten. Dank der einfachen Installation, der automatischen Updates und der übersichtlichen Oberfläche eignet sich das CustomROM gut für Anwender mit wenig technischen Ambitionen, deren Smartphone einen Gebrauchsgegenstand darstellt.

2. Dirty Unicorns

Dirty Unicorns unterstützt aktuell nur noch 17 verschiedene Endgeräte, darunter im Wesentlichen die aktuellen Google-Smartphones. Als Launcher haben die Entwickler den Pixel-Launcher ausgewählt – die Oberfläche sieht somit nach dem neuesten Look & Feel von Google aus.

Dirty Unicorns verwendet bereits den Pixel Launcher in seinem aktuellen Custom-ROM.
Dirty Unicorns verwendet bereits den Pixel Launcher in seinem aktuellen Custom-ROM.

Ein erster Blick in die mitgelieferten Apps zeigt eine sehr aufgeräumte Übersicht. Neben einem Equalizer und Omniswitch zur Navigation ist lediglich der Updater für das Custom-ROM als Beigabe zu finden. Selbst der Webbrowser muss erst noch nachinstalliert werden.

Gut anpassbar: Deutlich mehr hat das Einhorn zu bieten, wenn es um die Möglichkeiten zur Anpassung des Custom-ROMs geht. In den Einstellungen sind alle wesentlichen Funktionen im Menüpunkt „Dirty Tweaks“ zu finden. An dieser Stelle sind auf insgesamt fünf Registerkarten alle zusätzlichen Einstellmöglichkeiten zu finden: vom System über den Sperrbildschirm, die Statusleiste und die Navigationsleiste bis hin zu den Multitasking-Funktionen. Hier ist vor allem der integrierte App-Switcher „Omniswitch“ zu erwähnen. Dieser integriert sich am Bildschirmrand und erlaubt mit einer Wischbewegung einen schnellen Zugriff nicht nur auf alle geöffneten Apps, sondern auch auf zentrale Funktionen wie die Einstellungen oder die installierten Apps.

Für eine schnellere Navigation sorgt unter Dirty Unicorns die Erweiterung „Omniswitch“.
Für eine schnellere Navigation sorgt unter Dirty Unicorns die Erweiterung „Omniswitch“.

Fazit: Guter Allrounder

Wenn Sie aktuell noch ein Standard-Hersteller- ROM verwenden oder Ihnen Ihr Custom-ROM nicht genügend Einstelloptionen bietet, lohnt sich ein Blick auf „Dirty Unicorns“. Es bietet Ihnen mit dem Pixel Launcher eine moderne Oberfläche und über die „Dirty Tweaks“ umfangreiche Einstellmöglichkeiten. Dank des integrierten Updates ist auch kein großer Aufwand notwendig, um es auf dem aktuellen Stand zu halten.

Tipp:Custom-Rom im Notfall wieder löschen - so geht's