Umbau und Entlassungen

CSC-Management und Betriebsrat im Clinch

12.01.2017
Der IT-Dienstleister CSC Deutschland erhöht in seinen Restrukturierungsbemühungen den Druck auf die Mitarbeiter. Kurz vor Weihnachten verschickte das Management einen Brief an die Mitarbeiter: Man habe sich bezüglich der angestrebten Reorganisation nicht mit dem Betriebsrat einigen können.

Ende September 2016 kündigte CSC an, sich hierzulande in branchenspezifischen "Industry Hubs" neu aufstellen zu wollen. 200 Arbeitsplätze sollen im Zuge des Umbaus wegfallen, 200 weitere nach Osteuropa verlagert werden, hieß es. Bis März 2017 solle außerdem der Hauptsitz in Wiesbaden mit rund 600 Mitarbeitern aufgelöst werden. Die Verwaltung werde in osteuropäische Shared Service Center verlagert, hauptsächlich nach Prag. Zudem erfordert die Reorganisation einen Standortwechsel einiger Mitarbeiter. Das Management versprach, den Übergang in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat verantwortungsvoll zu gestalten. (Siehe auch: CSC baut Personal ab und verlässt Wiesbaden)

CSC-Chef Claus Schünemann kann sich nicht mit dem Betriebsrat einigen.
CSC-Chef Claus Schünemann kann sich nicht mit dem Betriebsrat einigen.
Foto: CSC Deutschland

Nun erreichte die Mitarbeiter kurz vor Weihnachten ein Brief vom Vorsitzenden der Geschäftsführung Claus Schünemann, in dem es heißt: "In den vergangenen Wochen haben wir in intensiven Gesprächen mit dem Betriebsrat die Ausgestaltung unserer Neuorganisation diskutiert. Wir haben dabei alles darangesetzt, eine konstruktive Lösung zu finden. Leider haben diese Gespräche, so mussten wir heute feststellen, zu keiner Einigung geführt."

Wer geht, wer bleibt?

Wie der "Wiesbadener Kurier" berichtet, waren unterschiedliche Ansichten über das Verfahrenstempo und die Auswahl der abzufindenden Mitarbeiter die wesentlichen Streitpunkte zwischen Management und Betriebsrat. Offensichtlich möchte CSC mit individuellen Angeboten sichergehen, dass wichtige Know-how- und Leistungsträger an Bord bleiben. In seinem "Programm" gebe das Management "einigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit, ihren Arbeitsort flexibel zu bestimmen. (…) Andere Mitarbeiter werden das Unternehmen mit finanzieller Unterstützung von CSC verlassen und in die nächste Phase ihres Berufslebens eintreten."

Ihre Meinung ist gefragt!

Der Wiesbadener Kurier zitiert ein Schreiben an die Mitarbeiter, in dem es heißt, bis zum 16. Januar 2017 müssten 90 Prozent der ausgewählten Mitarbeiter das Angebot unterzeichnet haben - sonst werde man "andere Maßnahmen finden müssen, um die Neuaufstellung von CSC umzusetzen und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. (…) Die großzügigen Rahmenbedingungen dieses Angebots können wir dann allerdings nicht gewährleisten."

 

Jonas Huber

Ein toller CSC-Chef ist das - was kümmert ihn der Verlust von Arbeitsplätzen? Sein fettes Gehalt ist ihm sicher, wenn er "rationalisiert", schließt und verlagert. Womöglich bekommt er noch einen Bonus für sein - den Menschen gegenüber - verantwortlungsloses Handeln. Vermutlich aber hat er selbst Druck von "weiter oben" bekommen. Und da dem Menschen das eigene Wohl näher am Herzen liegt, als das der Anderen, beweist auch dieser Chef hier nicht Rückgrat und Verantwortung gegenüber seinen MItarbeitern.
Unabhängig davon: Die ganze Verlagerei ins Ausland, Helpdesk in Indien oder in Osteuropa ist ungalublich und eine Zumutung für die Kunden! Ich habe selbst schon desöfteren Kontakt mit dem Support großer Hersteller gehabt. Nichts schlimmeres als englisch sprechende Inder oder deutsch sprechende Kroaten, Tschechen usw. usw. Ich kann nur hoffen, dass auf diese Weise die großen IT-Dienstleister und -Hersteller sich den Ast irgendwann absägen, auf dem sie jetzt noch so hochnäsig sitzen. Diese Unsitte des Outsourcing (natürlich aus Kostengründen, warum auch sonst?) wird irgendwann ihre Väter und Mütter bestrafen und eines besseren belehren.
Es ist die Gier der Aktionäre, der Anteilseigner, die den Hals nicht voll bekommen und nur den kurzfristigen Profit im Auge haben. Dass sie mit diesem Verhalten letztendlich die Kuh, die sie melken, zugrunderichten, ist ihnen egal. Das Schicksal der Beschäftigten, die durch solche Manieren und solche Gier irgendwann ihren Arbeitsplatz verlieren, ist ihnen schon immer egal gewesen, Aktionäre und Anteilseigner haben kein Gewissen und keine Verantwortung - höchsten in Hinsicht auf ihren Gewinn!!!!

Joachim Stephan

Wer hat hier "Erpressung" gesagt, hmm?

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