CPU-Vorstand Köhler: 60 Mitglieder sind bereits zuviel

24.08.2001

Gerade im Punkt "Repräsentation der Neuen-Markt-Mitglieder" sieht Manfred Köhler, Vorstandssprecher der CPU Softwarehouse AG, eine Schwachstelle des Vereins. Um effizient zu arbeiten, sind seiner Meinung nach bereits 60 Mitglieder zu viel. Abgesehen davon müssten in einem Verband zu viele Kompromisse getroffen werden. "Da gibt es eine Satzung und Ähnliches, so dass man nicht schnell genug reagieren könne", findet Köhler. Was etwa das - auch für die CPU nicht ganz unaktuelle - Delisting-Problem anbelangt, würde es für seiner Ansicht nach für die Deutsche Börse reichen, die Betroffenen direkt anzusprechen, das sei bei den in Frage kommenden Penny-Stocks kein zu hoher Aufwand. Sein Gegenvorschlag zu Weges Interessensverband wäre ein repräsentativer Querschnitt der Neuer-Markt-Firmen, der sich mit der Deutschen Börse zusammensetzt, diese könnten dann auch effektiver arbeiten.

Eine Umfrage der Computerwoche bei verschiedenen Ausschlusskandidaten am Neuen Markt zeigte, dass viele Firmen momentan die weitere Entwicklung abwarten. So erklärte Thorsten Schüssler, Investor-Relations-Sprecher der Heiler Software AG, man wolle zunächst die Entwicklung des Vereins verfolgen, bevor eine Entscheidung fällt. Eine ähnliche Meinung vertritt auch Andrea Meissner, Sprecherin der Prout AG. "Die Idee klingt interessant, aber wir haben noch keine Entscheidung getroffen", erklärt sie. Etwas pragmatischer formuliert Steven Hartenstein von GFN die Zurückhaltung seines Unternehmens: Die Firma ist derzeit damit beschäftigt, wieder profitabel zu wirtschaften. Daher sei keine Management-Kapazität für anderweitige Aktivitäten verfügbar, erklärt er. Aber auch wenn der Turn-around erreicht wurde, will sich das Unternehmen nicht dahingehend binden, denn dann seien diese Schritte nicht mehr nötig.