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Corning mit Milliardenverlust

21.10.2004

Der US-amerikanische Spezialglashersteller Corning hat im dritten Quartal 2004 einen Nettoverlust von 2,49 Milliarden oder 1,78 Dollar je Aktie verbucht, nach einem Überschuss von 33 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Ursache war eine Abschreibung von 2,7 Milliarden Dollar in der TK-Sparte. Konkurrierende Anbieter würden nach wie vor Glasfaserkabel unter Herstellungspreis verkaufen und damit die Preise kaputt machen, hatte der Konzern aus New York den Berichtigungsbedarf Anfang des Monats begründet (Computerwoche online berichtete). Der Gewinn vor Sondereffekten beträgt 14 Cent je Aktie - von Thomson First Call befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Pro-forma-Plus von elf Cent je Aktie gerechnet.

Die Einnahmen kletterten im Jahresvergleich um 30 Prozent auf 1,01 Milliarden Dollar und lagen damit über den Markterwartungen von 982 Millionen Dollar. Die Erlöse der TK-Sparte stiegen um elf Prozent auf 412 Millionen Dollar. Wesentlich erfolgreicher war Corning mit dem Verkauf von für die Fertigung von Flachbildschirmen benötigtem Motherglass: Die Erlöse der Sparte wurden mit 295 Millionen Dollar im Jahresvergleich mehr als verdoppelt.

In den vergangenen eineinhalb Jahren habe der Konzern soviel LCD-Glas verkauft wie es fertigen konnte, erklärte Finanzchef James Flaws. Trotz weiterer Investitionen in Fertigungsstätten werde sich auch in absehbarer Zukunft nichts daran ändern. Für das laufende vierte Quartal prognostiziert Corning einen Gewinn von zehn bis zwölf Cent pro Aktie. Der Umsatz soll zwischen 950 Millionen und einer Milliarde Dollar liegen. (mb)