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Corel nimmt für Wachstum Verluste in Kauf

07.12.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Mit Hilfe eines Drei-Punkte-Programms will die kanadische Softwareschmiede Corel bis 2003 wieder hohe Gewinne erwirtschaften. Zunächst nimmt das Unternehmen mit den geplanten Änderungen aber rote Zahlen in Kauf. So beabsichtigt Corel, strategische Investitionen vorzunehmen, um in neue Märkte vorzudringen. Unter anderem sollen Lösungen für Wachstumssegmente, wie die technische Illustration, das Enterprise Process Management (EPM) oder XML entwickelt werden. Corel-Chef Derek Burney erklärte, die Aufwendungen würden kurzfristig schmerzen, sich längerfristig aber durch einen signifikanten Geschäftszuwachs auszahlen. So rechnet das Unternehmen im nächsten Fiskaljahr (Ende: 30.November 2002) zwar mit Einnahmen von 170 bis 180 Millionen Dollar, aufgrund der geplanten Ausgaben werde Corel jedoch einen Nettoverlust in Höhe von 23 bis 31 Millionen Dollar ausweisen. Ab 2003 erwartet

Burney dann wieder erste Profite. Die im letzten Halbjahr übernommenen Firmen Micrografx und Softquad sollen dabei eine wichtige Rolle spielen. Außerdem will Corel sein Produktangebot künftig auf sechs Kundenprofile auszurichten. So sei etwa die Graphiksoftware Corel Draw speziell für die "Prosumers", gemeint sind "produzierenden Konsumenten", gedacht, während die Kanadier mit der Word-Perfect-Suite Geschäftskunden, Behörden und Kanzleien ansprechen wollen.

Im dritten Geschäftsquartal 2001 (Ende: 31. August) gelang es dem Softwarehersteller zwar erneut, schwarze Zahlen zu schreiben. Mit einem Nettogewinn von 500 000 US-Dollar oder einen Cent pro Aktie lag das Ergebnis jedoch weit unter dem Resultat des zweiten Quartals. In den Monaten März, April und Mai hatte Corel noch einen Netto-Profit von 2,3 Millionen Dollar erzielt. Besser liest sich das Ergebnis im Vergleich zum dritten Quartal 2000. Damals hatte Corel noch einen Nettoverlust in Höhe von 10,7 Millionen Dollar oder 15 Cent je Anteilschein ausgewiesen. Gleichzeitig ging der Umsatz von 36,4 Millionen auf 34,2, Millionen Dollar zurück (Computerwoche online berichtete).