Fusion mit Inprise als Rettungsanker

Corel hat mit finanziellen Problemen zu kämpfen

28.04.2000
MÜNCHEN (CW) - Der kanadische Softwarehersteller Corel hat der amerikanischen Börsenaufsicht mitgeteilt, dass ihm innerhalb der nächsten 90 Tage das Geld ausgehen könnte, sollten die geplante Fusion mit Inprise nicht klappen und die finanziellen Schwierigkeiten anhalten.

Sein erstes Quartal des Geschäftsjahres 2000 schloss Corel mit einem Verlust von 12,4 Millionen Dollar ab. In den kommenden sechs Monaten sollen noch höhere Fehlbeträge anfallen. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, verfügt Inprise über 250 Millionen Dollar an Barreserven, die Corel in der jetzigen Situation gut gebrauchen könnte.

Doch ob der Deal über die Bühne geht, ist noch offen. Robert Coates, ein ehemaliger Manager von Inprise, der fünf Prozent der Inprise-Aktien hält, hat die Transaktion angesichts der finanziellen Situation bei Corel als unfair bezeichnet und vor einem US-Gericht geklagt. Unterdessen ließ Inprise verlauten, mit der Fusion gehe alles weiter wie bisher, die Klage des Ex-Managers nehme man nicht ernst.