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Corel-Aktionäre stimmen Übernahme durch Vector zu

21.08.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Anteilseigner der kanadischen Softwarefirma Corel haben der geplanten Übernahme durch die kalifornische Beteiligungsgesellschaft Vector Capital mit deutlicher Mehrheit zugestimmt. Wie der finanziell angeschlagene Anbieter von Textverarbeitungs- und Grafikprogrammen bekannt gab, wurde das Angebot des Investors, 1,05 Dollar je Corel-Aktie oder insgesamt 97,5 Millionen Dollar zu zahlen, am gestrigen Mittwoch mit mehr als 80 Prozent der Aktionärsstimmen abgesegnet.

Das Abstimmungsergebnis dokumentiere, dass die Aktionäre den Finanzierungsbedarf der Company in schwierigen Zeiten respektierten, erklärte Corel-CEO Derek Burns.

Vector Capital hatte im März von Microsoft 22,9 Millionen Corel-Vorzugsaktien erworben und kurz darauf den Anlegern der Softwareschmiede ein Übernahmeangebot für die restlichen rund 80 Prozent der Anteile gemacht. Nach einigem Zögern stimmte der Verwaltungsrat von Corel Anfang Juni der Offerte zu. Wegen des Widerstands einiger Aktionäre, die sich in der Initiative Corel Rescue zusammenschlossen, empfahl der oberste Gerichthofs von Ontario die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung. Das Gericht selbst entscheidet am heutigen Donnerstag über die Übernahme. Stimmt es dem insgesamt 124 Millionen Dollar schweren Deal zu, soll die Übernahme bereits in der nächsten Woche über die Bühne gehen, heißt es in der Mitteilung.

Die in San Francisco ansässige Beteiligungsgesellschaft plant, Corel von einem börsennotierten in ein privates Unternehmen umzuwandeln. Erst Anfang Juli hatte die Company erneut die Zulassung für die US-Technologiebörse Nasdaq erhalten, nachdem der Kurs des Corels-Papiers über einen längeren Zeitraum die kritische Ein-Dollar-Marke unterschritten hatte. (mb)