Corba bleibt sprachenunabhängig

Corba bleibt sprachenunabhängig Iona-World: Erstes Anwendertreffen

27.03.1998

Das Objektmodell der Corba-Spezifikationen wird auch in Zukunft sprachenunabhängig sein, erklärte OMG-Chairman Richard Soley in seiner Keynote zur Konferenz.Damit beugte er jedem Verdacht vor, die frühestens Ende des Jahres kommende Corba-Version 3 könnte sich aufgrund ihrer Ähnlichkeit zum Komponentenmodell der Javabeans auf die Javasoft-Sprache einschwören.Mit dem vor wenigen Tagen ausgelieferten Corba 2.2 sei das Fundament der Architektur weitgehend gefestigt, jetzt gehe es um Dinge wie leichte Bedienbarkeit (Ease of Use) und Integration der Applikationsentwicklung - immer unter der Prämisse der Cross-Plattformfähigkeit.Release 3 werde in dieser Hinsicht einiges zu bieten haben, unter anderem sei an ein Standardinterface für alle Sprachen gedacht.

Einen Ausblick auf die Zukunft der hauseigenen Corba-Implementierung "Orbix" gab Gastgeber Iona auf der User-Konferenz.Nach "Orbix Comet Desktop", einer COM-Corba-Brücke für Windows-Clients, kommt nun die Server-Variante.Sie erlaubt Entwicklern von Back-end-Applikationen wahlweise die Verwendung von DCOM oder IIOP.Neben der Verfügbarkeit von Orbix für MVS und OS/390 wurde "Orbix MX 1.0" vorgestellt, ein spezieller, auf die IT-Integration von Multimedia-Objekten (Media Streams) ausgerichteter Object Request Broker.Da der Hersteller im Asynchronous Transfer Mode (ATM) eine geeignete Transporttechnik für den Austausch von Multimedia-Objekten sieht, unterstützt das Messaging-Layer von Orbix nun auch Low-level-Konfigurationen von ATM.Orbix MX soll im dritten Quartal ausgeliefert werden.

Von Bedeutung ist auch die auf der Konferenz angekündigte Partnerschaft zwischen Hewlett-Packard und Iona, wonach HP die Orbix-Produkte etwa in das Netzwerk-Management von "Openview" integrieren will.Damit sei das Aus für HPs eigene ORB-Initiative endgültig besiegelt, wurde offiziell von HP-Seite geäußert.