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Computerstraftaten um 40 Prozent gestiegen

03.05.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Im Jahr 2001 wurden 40 Prozent mehr Fälle von Computerkriminalität aktenkundig als im Vorjahr. Mit 365 Prozent stiegen Betrügereien bei Zugangsberechtigungen am meisten an. Die häufigsten Verbrechen sind nach wie vor der Betrug mit EC- und Kreditkarten.

Laut der polizeilichen Kriminalstatistik wurden bundesweit 79.283 Fälle erfasst, was einer Häufigkeit von etwa 96 Delikten pro 100.000 Bundesbürger entspricht. Bei mehr als die Hälfte der angezeigten Verbrechen handelt es sich um Betrügereien mit Kredit- oder EC-Karten (48.610 Fälle), worunter beispielsweise die Nutzung gestohlener Scheckkarten zählt.

Den höchsten Zuwachs verzeichnet das Innenministerium bei Betrügereien mit Zugangsberechtigungen zu Kommunikationsdiensten. Dazu zählen etwa das Surfen auf Kosten anderer Internet-Nutzer sowie 0190er-Dialerprogramme, die ahnungslose Web-Aktivisten mit exorbitant hohen Telefongebühren schröpfen.

Stark angestiegen sind Computerbetrügereien, die 17.310 mal polizeilich erfasst wurden. Ein solches Vergehen nach Paragraph 263a des Strafgesetzbuchs liegt vor, wenn sich jemand durch das Beeinflussen eines Datenverarbeitungsvorgangs einen Vermögensvorteil verschafft. Darunter fällt etwa das Manipulieren oder Fälschung von Chip- oder Magnetstreifenkarten sowie von Dekoderkarten für Pay-TV-Angebote.

Während alle in der Statistik geführten Computerverbrechen zunahmen, gingen lediglich die Fälle von Softwarepiraterie leicht zurück. Die Zahlen spiegeln einerseits zu starke Zunahme an Internet-Nutzern wieder, da sie potenzielle Opfer von Betrügereien mit 0190-Dialern, Virenattacken und Passwortdiebstählen darstellen. Allerdings beziehen sich die Zahlen lediglich auf die von Privatpersonen oder Firmen tatsächlich angezeigten Delikte; wie bei anderen Straftaten auch dürfte es eine hohe Dunkelziffer geben, so ein Sprecher des Bundeskriminalamts.

Auf diese Statistik angesprochen verweist das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik auf eine Sicherheits-CD, die jedermann bei der Behörde anfordern könne. Auf der Disk befinden sich Informationen und Programme, die das Surfen im Internet sicherer machen sollen. Ferner können sich Web-Nutzer unter www.bsi.de/taskforce/dialer.htm sowie www.dialerschutz.de über den Schutz vor Wucher-Dialern informieren. (fn)