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Computerpanne auf der ISS

27.04.2001
Panik auf der Internationalen Raumstation ISS: Die zentralen Steuercomputer fielen aus, die Kommunikation zur Bodenstation ging verloren. Einer von zwei Backuprechnern läuft inzwischen wieder.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Mit haarigen Computerproblemen schlägt sich nach Angaben der NASA zurzeit die Besatzung der Internationalen Raumstation ISS herum: Der für die Überwachung aller Funktionen im amerikanischen Modul zuständige Zentralrechner versagte seinen Dienst ebenso wie zwei Backup-Rechner. Die Systeme konnten offenbar nicht auf eine Festplatte mit wichtigen Daten zugreifen. Deswegen kam es unter anderem zu Problemen bei der Kommunikation mit der Bodenstation im texanischen Houston, weswegen auch keine externen Diagnoseprogramme gestartet werden konnten.

Einer der Backup-Computer ist inzwischen wieder funktionsfähig. Die Raumfahrtbehörde hofft, die beiden anderen Rechner im Laufe des Freitags wieder ans Laufen zu bekommen. Schuld an der Panne sei vermutlich ein Softwarefehler, erklärte ein NASA-Sprecher. Wahrscheinlich sei speziell für die aktuelle Mission der Raumfähre "Endeavor", die einen 900 Millionen Dollar teuren Roboterarm außen an der ISS montiert hatte, Software geladen worden, die den Ausfall verursachte.

Trotz der Computer-Pannen soll der Milliardär Dennis Tito als erster Weltraumtourist wie geplant ins Weltall starten. Die multinationale Raumfahrtkommission bestätigte am Freitag in Baikonur, dass die Sojus-Rakete wie vorgesehen am Samstagmorgen starten werde. In Russland mutmaßen Beobachter offenbar, die Computerprobleme der US-Kollegen sein zum Teil "politischer Natur". Die NASA hatte sich lange gegen die kommerzielle Reise Titos zur ISS gesperrt und diese erst in der vergangenen Woche unter strengen Auflagen genehmigt.