Schweizer EDV-Premiere für IBM-EKG-Programm:

Computer-Diagnose überfordert Thermo-Drucker

17.02.1978

BASEL/ZÜRICH (sg) - Premiere in der Schweiz: Seit ein paar Tagen lauft eine groß angelegte Versuchsserie mit dem IBM-Programm für EKG-Auswertungen. Beteiligt an diesem Test sind das für seine Pionierleistungen auf dem labortechnischen EDV-Sektor bekannte Medizinisch-diagnostische Laboratorium Dr. med. Viollier in Basel und das IBM-Rechenzentrum in Zürich.

Die ersten Test-Resultate haben den Chefarzt des Instituts, Dr. med. M. Viollier vom IBM-Verfahren, mit dem in den USA jährlich 10 Millionen EKG ausgewertet werden, zunächst überzeugt. Lediglich die Aufbereitung der Resultate entspricht nicht ganz dem schweizerischen Ärztestandard, was jedoch änderbar wäre. Sorgen bereitet hingegen der dem EKG-Gerät als Ausgabe angeschlossene Thermodrucker, der dem Volumen einer Computer-Diagnose nicht ganz gewachsen scheint. Auch stellt die Kompatibilität der als Datenträger benutzten Diskette ein gewisses Problem dar.

Die Wirtschaftlichkeit der EKG-Auswertung mit Computer, zu dem neben dem EKG-Gerät für 80 000 Franken noch die Einrichtung zur Datenübermittlung für 2400 Baud sowie Programmbenutzungs- und Auswertungsgebühren von rund 10 Franken pro EKG kommen, ist dann erreicht, wenn täglich mindestens 20 EKG in der Form ausgewertet werden.