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Compliance-Regeln verleiden SAS die Lust am Börsengang

08.04.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die größte in Privatbesitz befindliche Softwarefirma SAS Institute ist weiterhin nicht an einem Börsengang interessiert. Als Grund nannte CEO Jim Goodnight ausgerechnet die zunehmend komplexen Compliance-Regeln, ein Bereich, in dem SAS derzeit sein größtes Wachstum verbucht. Vorschriften wie der Sarbanes-Oxley-Act (SOX) hätten das Berichtwesen deutlich aufwendiger gemacht und die Kosten für einen möglichen Going Public in die Höhe getrieben, erklärte der Chef des BI-Softwareanbieters (BI = Business Intelligence) laut Presseberichten. Mit SOX und anderen Compliance-Regeln sei eine Börsennotierung heutzutage kein Vergnügen mehr.

Geschäftlich kommen die neuen Richtlinien SAS jedoch entgegen: Goodnight zufolge haben die Kunden 2004 rund 50 Millionen Dollar in neue Softwareprodukte von SAS investiert, um den strengeren Regulierungsanforderungen zu genügen. Das sei aber erst der Anfang, so der SAS-Chef und verweist auf die neuen Richtlinien zur Kreditvergabe nach Basel II.

Ingesamt steigerte SAS seinen Umsatz 2004 gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent auf 1,53 Milliarden Dollar und lag damit klar vor seinen Konkurrenten Business Objects und Cognos. (mb)