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Compaq-Ergebnis im Rahmen der zurückgeschraubten Erwartungen

22.04.1999
Rosen schimpft über niedrige Umsatzrendite

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nachdem Compaq erst jüngst eine Gewinnwarnung ausgesprochen und mit CEO (Chief Executive Officer) Eckhard Pfeiffer und CFO (Chief Financial Officer) Earl Mason die scheinbar Verantwortlichen gefeuert hatte (CW Infonet berichtete), bot das nun veröffentlichte Ergebnis des ersten Quartals wenig Überraschendes: Der texanische PC-Riese meldete einen Nettogewinn von 281 Millionen Dollar oder 16 Cent je Aktie, deutlich unter den ursprünglichen Erwartungen der Analysten, die vor der Gewinnwarnung einen Profit von 30 Cent je Anteilschein vorhergesagt hatten. Der Umsatz stieg im ersten Quartal 1999 um 66 Prozent auf 9,4 Milliarden Dollar (1998: 5,7 Milliarden Dollar). Der neue Interims-CEO (Chief Executive Officer) und heimliche Drahtzieher des Umternehmens, Benjamin Rosen, zeigte sich entsprechend aufgebracht: "Unser Ergebnis ist enttäuschend und inakzeptabel. Wir werden schnellstmöglich die

nötigen Schritte einleiten, um wieder zu den gewohnten Wachstumsraten zurückzukehren."

Ex-Firmenchef Pfeiffer äußerte sich erstmals nach seinem Rauswurf ausführlicher zu den Hintergründen. Gegenüber dem Fernsehsender "CNNfn" zeigte er sich leicht angeätzt. "Der Aufsichtsrat trägt ganz sicher ein gerüttelt Teil Mitschuld an den derzeitigen Problemen. Obwohl er sowohl der Übernahme von Tandem als auch der von Digital zugestimmt hat, gab es keine Diskussion darüber, wie das im Detail funktionieren sollte - wie man mehr als 50 000 Leute weltweit auf einmal integrieren kann", erklärte Pfeiffer. Es habe eine Menge Gerede hinter seinem Rücken gegeben. "Ich hätte mehr Offenheit erwartet. Außerdem hätte ich damit gerechnet, daß ich nach der Board-Sitzung die Chance bekomme, einen Rettungsplan vorzulegen." Dennoch sei die Entlassung natürlich keine komplette Überraschung gewesen. Doch es bleibe ein bitterer Nachgeschmack, wenn man ein Unternehmen verlassen müsse, das man von einer Drei- zu einer

Dreißig-Milliarden-Dollar-Company gemacht habe.