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Commerzbank kündigt Kreditlinien der Popnet AG

26.09.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Commerzbank AG hat die bestehenden Kreditlinien der Hamburger Popnet Internet AG "aus wichtigem Grund" gekündigt. Für die Rückzahlung der Forderungen räumt das Geldinstitut eine Abwicklungsfrist bis zum 24. Oktober 2001 ein. Einer Popnet-Pflichtveröffentlichung zufolge wurde die Kreditinie in der vergangenen Woche zunächst ausgesetzt und jetzt gekündigt, obwohl die Unternehmensgruppe rund 3,3 Millionen Mark der gestellten Mittel in Höhe von 17,5 Millionen Mark noch nicht ausgeschöpft hat.

Zuvor waren nach Angaben des Hamburger Internet-Dienstleisters intensive Bemühungen und Verhandlungen mit einem potenziellen Partner in den USA unterbrochen worden. Als Grund hatte Popnet die Terroranschläge genannt. Außerdem würden die sich abzeichnenden Umsatzrückgänge sowie zunehmende Liquiditätsbedürfnisse bis Jahresende und die negativen gesamtwirtschaftlichen Perspektiven die Situation für die Popnet AG erschweren. Die beantragte Kreditlinie war Ende Mai 2001 durch die Commerzbank eingeräumt worden. Im Vorfeld hatte Popnet ein umfassendes Restrukturierungskonzept vorgelegt, das von dem Geldinstitut akzeptiert worden war. Die Maßnahmen beinhalteten unter anderem eine Verkleinerung des Vorstands, Straffung des Managements und einen Stellenabbau sowie die Fokussierung auf die Kerngeschäftsbereiche. Unternehmensangaben zufolge wurde der Maßnahmenkatalog bereits teilweise umgesetzt.