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Commerce One und Microsoft schmieden .NET-Allianz

23.04.2001
Commerce One soll im Rahmen einer strategischen Partnerschaft seine B2B-Software "Marketsite" an Microsofts .NET anpassen. Die Gates-Company stellt dafür 25 Millionen Dollar bereit.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Voraussichtlich am Dienstag wird Commerce One eine Partnerschaft mit Microsoft ankündigen. In deren Rahmen soll Commerce One seine B2B-Software (Business-to-Business) "Marketsite" an Microsofts "Software-als-Service"-Plattform .NET anpassen. Für das Projekt stellt die Gates-Company einen 25-Millionen-Dollar-"Kredit" bereit.

Vor allem für Microsoft ist der Deal von strategischer Bedeutung. Der Konzern will .NET, dessen Reichweite bisher beim bCentral-Portal für kleine und mittlere Unternehmen endet, in Richtung B2B aufbohren. "Das ist Microsofts typische Strategie - sie fangen im KMU-Markt an und bewegen sich dann aufwärts in Richtung Großunternehmen", erklärt Mark Withington, Analyst bei PLM Research. Er mutmaßt, Commerce One wolle sich im Gegenzug Zugang zu kleineren Kunden sichern, um seine Finanzen zusätzlich zu stabilisieren. Der reine Betrieb und Service von Marktplätzen für Großkonzerne und Konsortien sei mittelfristig zu unsicher.

Commerce Ones Marketsite ermöglicht den Aufbau von Web-basierten Marktplätzen (mit lokalisierten Angeboten unter andere in englischer, deutscher, spanischer und japanischer Sprache) sowie deren Anbindung an das hauseigene "Trading Web" und andere E-Markplätze. Es stellt ferner eine offene Transaktionsplattform zur Verfügung und ermöglicht Anbietern, Services von Dritten in ihr Angebot zu integrieren.

Commerce One wird aber möglicherweise nicht Microsofts einziger Partner im B2B-Segment bleiben, berichtet "Computergram". Keith Krach, CEO (Chief Executive Officer) beim Rivalen Ariba, erklärte am vergangenen Freitag, man stehe ebenfalls in Verhandlungen mit Microsoft. "Es gibt aber noch keine konkreten Pläne, eine Entscheidung ist noch nicht gefallen", so Krach.