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Comdisco-Deal: HP geht leer aus

16.11.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die letzte Hoffnung des IT-Konzerns Hewlett-Packard (HP), die Disaster-Recovery-Einheit des bankrotten Unternehmens Comdisco doch noch erwerben zu können, hat sich nun endgültig zerschlagen. Ein US-Berufungsgericht hat die von einer niedrigeren Instanz getroffene Entscheidung bestätigt, wonach der Hersteller Sungard den Zuschlag für die Comdisco-Sparte erhält. Gegen diese Entscheidung hatte zwar das US-Justizministerium Berufung eingelegt, die Klage wurde jedoch am gestrigen Donnerstag abgewiesen. Sungard übernimmt das Disaster-Recovery-Geschäft von Comdisco für 825 Millionen Dollar in bar.

Mit dieser Entscheidung geht ein monatelanges Tauziehen von HP und Sungard um die Comdisco-Einheit zu Ende. Zunächst hatte HP ein Angebot von 610 Millionen Dollar abgegeben, Comdisco hatte sich einverstanden erklärt. Dann funkte Sungard mit seiner deutlich höheren Offerte von 825 Millionen Dollar dazwischen und erhielt den Zuschlag, obwohl die Sympathies bei Comdisco eher HP als dem Ex-Konkurrenten galten. Schließlich versuchte es HP mit einem erneuten Angebot von 750 Millionen Dollar, das jedoch vom zuständigen Konkursgericht nicht akzeptiert wurde, weil es zu spät abgegeben worden war. Die Richter gaben stattdessen Sungard ihre Zustimmung (Computerwoche online berichtete). Dagegen wiederum hatte das US-Justizministerium Klage eingereicht, da es durch die Kombination der Comdisco-Sparte mit Sungard die Bildung eines Monopols befürchtete, das den Wettbewerb einschränken

könnte. (ka)