Smart Garden

Clevere Geräte, Roboter und Apps für den Garten

10.02.2019
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Seine erste Berührung mit Informatik erfolgte an einem C64 samt Floppy VC 1541. Von Anfang an nutzte er diesen faszinierenden Heimcomputer nicht nur zum Daddeln, sondern auch für die Basic-Programmierung. Unter anderem half er seinen damals etwas müden Kopfrechnen-Fähigkeiten auf die Sprünge, indem er ein Programm schrieb, das immer zwei zufällig ausgewählte Zahlen zur Multiplikation stellte. Im Hintergrund lief ein Timer. Nur wenn er das Ergebnis innerhalb des vorgegebenen Zeitraums, der leider manchmal zu knapp bemessen war, richtig eintippte, bekam er einen Punkt gutgeschrieben. Seine Highscore-Ergebnisse waren durchwachsen, seine Programmierkenntnisse dafür umso besser. Der Lehrstuhl, an dem er als studentische Hilfskraft angestellt war, gehörte seinerzeit zu den Vorreitern in Sachen IT. Man übersetzte damals die griechischen Inschriften der antiken Stadt Hierapolis – heute ist dieses türkische Pamukkale bekannt durch seine Kalksinter-Terrassen. Die wissenschaftlich korrekt erfassten und kommentierten Inschriften bearbeiteten Dirscherl und Kollegen zunächst in Wordperfect. Anschließend landeten die Texte in einer Datenbank, die auf CD gepresst und für sündhaft viel Geld weltweit verkauft wurde. Über dieses epigraphische Datenbankprojekt, diverse C-Programmierereien auf Unix-Systemen und seine ersten Experimente mit Linux landete er schließlich professionell bei der IT. Seit den späten 1990-ern nutzt er Linux als Produktivsystem, seit Anfang der 2000-er Jahre ist Linux sein hauptsächliches OS. Nach vielen Jahren mit Suse Linux und Open Suse und zwischendurch Ausflügen zu Red Hat und Debian landete er bei Ubuntu und erledigt damit alle Arbeiten. Linux und C ist er bis heute treu geblieben – nach einem Ausflug zu PHP und MySQL. Mittlerweile bastelt er auch mit Arduino. Bei pcwelt.de betreut er vor allem Business-IT-Themen und hat den Auto & Technik-Bereich von Null beginnend aufgebaut. Seine Tests der Infotainmentsysteme in modernen Fahrzeugen gehören zu den ausführlichsten Tests, die man dazu überhaupt finden kann. Daneben schreibt er zudem fast täglich aktuelle Meldungen aus der IT-Welt.
Bedarfsabhängige Bewässerung und autonome Rasenmähroboter; Überwachung, Funksteckdosen, Wetterstationen, Lichterketten – alles mit App. Wir zeigen, welche intelligente Technologien dem Natur-Liebhaber und Gartenfreund das Leben erleichtern. Plus: Spannende Bastellösungen.
Mit der Gardena smart Pressure Pump können Sie Ihren Garten bedarfsabhängig und automatisch bewässern lassen. Dafür sind aber zusätzliche Sensoren und ein Gateway erforderlich. Günstig ist der Spaß aber nicht.
Mit der Gardena smart Pressure Pump können Sie Ihren Garten bedarfsabhängig und automatisch bewässern lassen. Dafür sind aber zusätzliche Sensoren und ein Gateway erforderlich. Günstig ist der Spaß aber nicht.
Foto: Gardena

1. Rasenmähroboter

Mittlerweile bieten verschiedene Hersteller clevere Rasenmäher an. Bisher fehlte aber ein großer Name unter den Haushaltsroboter-Herstellern: iRobot . Doch der Pionier unter den Saugroboter-Herstellern steigt nun auch in den Markt für Rasenmäh-Roboter ein. Mit dem Terra. Dessen Konzept klingt spannend. Denn der Rasenmäh-Roboter Terra benötigt anders als alle anderen Rasenmähroboter kein Begrenzungskabel. Damit wäre das Problem mit durchgenagten Kabeln und dadurch lahm gelegten Robotern gelöst. Obendrein entfällt damit natürlich das mühsame Verlegen der Kabel. Doch noch ist der Terra Zukunftsmusik, iRobot will seinen ersten Rasenmähroboter erst ab dem dritten Quartal 2019 in Deutschland verkaufen. Schauen wir uns also jetzt erst einmal einige Hersteller an, die bereits bewährte Rasenmähroboter verkaufen.

Husqvarna (zu dem auch Gardena gehört), Bosch mit dem Indego und natürlich Gardena (das zu Husqvarna gehört) bieten zum Beispiel Rasenmähroboter an. Die Roboter fahren genauso wie Staubsaugroboter zu einer Ladestation, wo sie Strom tanken.

Allerdings muss der Gartenfreund den Einsatzbereich der Mähroboter abgrenzen. Mit einem Führungsdraht, der rund um die zu mähende Fläche verlegt wird, und mit einem Leitdraht, der dem Roboter den Weg zurück zur Ladestation weist. Entweder werden die Drähte im Boden versenkt oder direkt auf dem Boden verlegt. Für Menschen mit körperlichen Einschränkungen empfiehlt es sich, mit dem Verlegen der Drähte einen Fachbetrieb zu beauftragen. Wer dagegen die Drähte selber verlegen will, sollte sich je nach Größe der Rasenfläche auf einige Stunden körperliche Arbeit einstellen. Innerhalb dieser eingegrenzten Fläche mäht der Roboter dann vor sich hin. Die Vorbereitungsarbeiten sind also durchaus aufwändig.

Wichtig: Verlegen Sie das Kabel wirklich ganz knapp über dem Boden beziehungsweise direkt auf dem Boden und stellen Sie das Mähwerk des Roboters nicht zu niedrig ein. Also besser nicht mit zwei Zentimeter Grashöhe, sondern eher mit vier Zentimeter. Andernfalls könnte es passieren, dass der Roboter den Draht durchschneidet. Sie müssen dann den Draht erst wieder reparieren, bevor der Roboter weitermähen kann. Gardena bietet für diesen Zweck sogar sogar spezielle Reparatursets an.

Vor allem aber kosten die Mähroboter richtig viel Geld, bei 1000 Euro geht es meist los und man kommt schnell über die 2000-Euro-Grenze, zum Beispiel mit dem Husqvarna Mähroboter Automower 430X I. Zudem muss man Sicherheitsaspekte bei den Robotern beachten: Laufen Tiere oder kleine Kinder im Garten herum? Grenzt vielleicht ein Gartenteich mit Fröschen an die Rasenfläche? Dann sollten Sie besser auf den Rasenmähroboter verzichten - nicht dass der Roboter ein Gemetzel unter Ihren kleinen Lieblingen anrichtet.

Mitunter kommt es auch vor, dass sich der wackere Rasenmäher festfährt. So wurden wir erst kürzlich frühmorgens von einem klappernden Geräusch geweckt. Der Gardena-Rasenmähroboter unseres Nachbarn hatte sich an einer Steinplatte festgefahren, die auf einer erst frisch angesäten Rasenfläche lag. Der Roboter versuchte sich freizukämpfen und grub sich dabei immer tiefer in das Erdreich ein. Bis ihn sein Besitzer erlöste. Zurück blieben ein tiefes Loch und wache Nachbarn.

Bequem: Der Grasschnitt soll so fein sein, dass er liegenbleiben kann. Grundsätzlich arbeiten die Roboter sehr leise wie der Gardena-Roboter; nur: Selbst ein leises Brummen kann den Nachbarn stören, wenn ansonsten absolute Stille herrscht und der Nachbar dösend in der Hängematte liegt. Testen Sie vor dem Kauf also gründlich die Lautstärke und überdenken Sie diesbezüglich die Situation bei sich zu Hause. Ihre Nachbarn werden es Ihnen danken.

Beim Kauf des Roboters müssen Sie auf dessen Leistungsdaten achten, vor allem auf die Größe der Rasenfläche, für die er ausgelegt ist. Und auf sein Steigvermögen, falls Sie Hanglage im Garten haben. Hier empfiehlt sich unbedingt der Kauf leistungsfähiger Modelle, gegebenenfalls mit einem speziellen Offroad-Kit für den Rasenmähroboter wie es Husqvarna für seinen Automower anbietet.

Gartenspezialist Gardena hält zum Beispiel eine ganze Palette unterschiedlicher Rasenmähroboter bereit. Die einzelnen Modelle unterscheiden sich vor allem hinsichtlich der Rasenfläche, die sie kurz halten sollen. So steht für kleine Rasenflächen bis 400 m² der Mähroboter R40Li zur Verfügung. Er verbraucht 4 kWh und erzeugt einen Lärm von 58 dB(A). Der Preis ist aber heftig: 1099,99 Euro UVP. Auf Amazon ist Gardenas Kleinster für rund 966 Euro zu haben.

Der Gardena R40Li
Der Gardena R40Li
Foto: Gardena

Wer dagegen bis zu 1000 m² mähen muss, kann zum Sileno greifen . Der dann aber stolze 1749,99 Euro UVP kostet und auf Amazon für 1328 Euro zu haben ist.

Anders als moderne Staubsaugroboter sind Rasenmähroboter mit vergleichsweise wenig Sensoren ausgestattet. Sie besitzen grundsätzlich nur Bumper, mit denen sie registrieren, wenn sie gegen ein Hindernis stoßen. Außerdem erkennen sie die Drähte im oder auf dem Boden. Das höchste der Gefühle ist noch ein GPS-Sensor, wie ihn beispielsweise Husqvarna anbietet. Doch Kameras, Infrarot oder gar Laser gibt es nicht für Rasenmähroboter. Und es gibt auch noch keinen Rasenmähroboter, der zugleich als Überwachungskamera dienen kann, wie der Miele Scout RX2 Home Vision , den wir auch ausführlich getestet haben .

Wenn Sie Ihren Rasenmähroboter per App kontrollieren und gegebenenfalls Einstellungen ändern wollen, dann stehen dafür die Modelle Smart Sileno für 1292 Euro auf Amazon (bis 1000 m² Rasenfläche) und Smart Sileno+ für 1493 Euro auf Amazon (bis 1300 m² Rasenfläche) zur Verfügung. Die Gardena Smart-App gibt es für iOS und Android.

Mit der Gardena App können Sie den Roboter starten und auch wieder parken. Sie erhalten zudem Warnhinweise, wenn es zu Problemen kommt. Beispielsweise weil der Roboter den Draht durchgeschnitten hat. Und Sie sehen jederzeit den Ladezustand des Akkus.

Das Schnittgut wird so fein geschnitten, dass es als Dünger liegen bleiben kann. Wichtig angesichts des hohen Kaufpreises: Eine Alarmfunktion soll vor Diebstahl schützen.

Husqvarnas Rasenmähroboter lassen sich bald mit Alexa-Sprachbefehlen steuern.
Husqvarnas Rasenmähroboter lassen sich bald mit Alexa-Sprachbefehlen steuern.
Foto: Husqvarnas

Alexa für den Rasenmähroboter

Noch ein relativ neuer Trend ist die Sprachsteuerung für Rasenmähroboter. Husqvarna bietet für seine Automower-Modelle mit dem "X" im Namen seit September 2019 Alexa-Support an. Zunächst aber nur in englischer Sprache. Deutsche Alexa-Befehle sollen aber auch bald möglich sein.

Mittelfristig plant Husqvarna ein dreistufiges Alexa-Modell, das wir hier ausführlich erklären. Der Clou sind aber lufttransportfähige Rasenmähroboter.

Fazit: Rasenmähroboter

Sie sollten sich den Kauf eines Rasenmähroboters gründlich überlegen. Hohe Anschaffungskosten, aufwändige Vorbereitungsarbeiten, eventuell eine leichte Lärmbelästigung und gewisse Einschränkungen im Einsatz machen die Verwendung nicht unproblematisch. Kaufen Sie unbedingt ein ausreichend leistungsfähiges Modell, besonders wenn der Roboter an einer Hanglage mähen soll. Derzeit sind Rasenmähroboter wohl eher etwas für Technik-Enthusiasten und Early Adopter. Achten Sie unbedingt auf einen Diebstahlschutz und testen Sie diesen.

Osram LED Gartenleuchte Lightify Gardenspot Mini 9 Spots
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Foto: Osram

Wenn Sie aber den für Ihren Garten ausreichend leistungsfähigen Roboter kaufen und diesen optimal einrichten, dann nimmt Ihnen der smarte Rasenmäher viel lästige Arbeit ab, mulcht auch gleich noch Ihren Rasen und schenkt Ihnen zusätzliche Zeit, die Sie sinnvoller als zum Rasenmähen verwenden können.