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Citrix XenServer 5 holt gegenüber VMware auf

Andrej Radonic ist Experte für Virtualisierung, Cloud-Technologien und Open Source Anwendungen. Der Fachbuchautor ist Vorstand der interSales AG und entwickelt für mittelständische Unternehmen anspruchsvolle E-Commerce Lösungen.

Erweiterte Unterstützung für Storage-Systeme

Bevor man virtuelle Maschinen einrichtet, wird man sich erst einmal um die Einbindung der Speicherumgebung kümmern. Dies gelingt nun weitgehend aus der grafischen Oberfläche heraus, so dass die einschlägigen xe-Kommandos nur selten bemüht werden müssen.

Das Produkt unterstützt alle gängigen Speichertechnologien und -protokolle von NFS, DAS, NAS, FC bis iSCSI. Citrix hat weitere Hersteller zertifiziert, so dass XenServer 5 beispielsweise mit den 8-Gigabit-Host-Bus-Adaptern (HBA) von Qlogix und Emulex zurechtkommt.

Der große Vorteil gegenüber früheren Versionen besteht darin, dass alle wichtigen Einstellungen von XenCenter aus vorgenommen und eingesehen werden können, inklusive dem Einbinden einer LUN von einem SAN.

Ein Storage-Wizard in XenCenter hilft bei der Anbindung von Speichersystemen
Ein Storage-Wizard in XenCenter hilft bei der Anbindung von Speichersystemen

Citrix verfolgt einen eigenen Ansatz zur Integration von Storage-Systemen, bei dem Speichersysteme mittels eines offenen API angebunden werden. XenServer führt Storage-Operationen wie Cloning oder Snapshotting dann nicht selbst aus, sondern überlässt dies den Speichersystemen, die entsprechende Funktionen durchweg selbst mitbringen.

Dieser Ansatz manifestiert sich bislang bei den Systemen von Netapp und Dell Equallogic mit Unterstützung für Fast-Clones, Disk-Snapshots, Deduplizierung und Thin-Provisioning. Windows-VMs profitieren dabei von automatisierbaren Disk-Snapshots. Dabei beherrschen die Treiber für FC- und iSCSI-HBAs nun Multipathing. Zusätzlich sorgt NIC Bonding im Active/Active-Modus für bessere Performance und höhere Betriebssicherheit.

Verbesserungen für Windows-Gäste

Bei der Erzeugung und Verwaltung von virtuellen Maschinen sieht man die Verbesserungen erst auf den zweiten Blick. Neben der erweiterten Unterstützung für Linux-Systeme, die nun auch Red Hat 5.2 und Novell SUSE 10 SP4 umfasst, hat sich das meiste bei Windows getan. Es werden nun alle Windows-Varianten unterstützt, bei Windows 2008 sowohl im 32- als auch 64-Bit-Modus.

Windows 2008-Gäste können wahlweise auch mit den von Microsoft gelieferten Enlightenments betrieben werden. Dies sind paravirtualisierte Treiber aus Redmond. Alternativ können hierzu wie immer die XenServer-Tools im Windows-System installiert werden, welche den Netzwerk- und Plattendurchsatz noch weiter beschleunigen sollen.

Die Tools bringen nun optional auch einen Microsoft VSS-Provider mit, um Windows-kompatible "Schattenkopien" des VM-Dateisystems zu erstellen. Für alle VM-Typen steht nun eine generelle Snapshot-Funktion zum schnellen Sichern ohne Ausfallszeit zur Verfügung. Bisweilen fällt bei VM-Installation von CD die umständliche Handhabung auf, wenn eine zweite oder dritte CD benötigt wird. Dies hat VMware besser gelöst.

Der oft geäußerte Wunsch nach einem Windows-P2V-Werkzeug (physical-to-virtual) wurde ebenfalls erfüllt: mit XenConvert steht ein kostenloses Windows-Programm bereit (und löst damit das inoffizielle "x2va"-Tool ab), das aus einem physischen oder virtuellen Windows-System ein in XenServer importierbares OVA-Paket generiert. Leider unterstützt das Tool bislang keine partitionierten Systeme.

Zusätzlich entsteht im Rahmen des Projekts Kensho ein Werkzeug, das den offenen Standard "Open Virtualization Format" (OVF) für den Im-, Ex- und Transport von virtuellen Maschinen künftig auch für XenServer ermöglichen wird. Eine Beta-Version ist bereits verfügbar.