Cloud-Migration

CIOs hieven SAP-Workloads in die Public Cloud

06.09.2018
Von   IDG ExpertenNetzwerk


Luisa Lemmermann ist als Research Manager des IT-Research- und Beratungsunternehmens Crisp Research tätig. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte sind Coworking, Digitale Arbeitsplätze und Cloud Computing. Luisa Lemmermann hat English and American Culture and Business Studies mit den Schwerpunkten Innovation, Information und Wissensmanagement an der Universität Kassel studiert und ihr Masterstudium im August 2016 abgeschlossen.
Viele Entscheider sehen die Vorteile einer Migration der SAP-Landschaft in die Public Cloud. Aufgrund besserer Integrationsmöglichkeiten sind hier SAP und Microsoft noch vor den Cloud-Giganten AWS und Google die Partner der Wahl.
  • Die Chancen einer Migration der SAP-Landschaft in die Public Cloud sehen Unternehmen vor allem in der schnelleren Umsetzung der digitalen Transformation (38 Prozent) und Innovationsgeschwindigkeit (41 Prozent) sowie der globalen Verfügbarkeit (40 Prozent).
  • Die richtige Wahl der Cloud-Plattform ist ein entscheidender Faktor für eine erfolgreiche Migration und aufgrund besserer Integrationsmöglichkeiten sind hier SAP und Microsoft noch vor den Cloud-Giganten AWS und Google die Partner der Wahl.
  • Aufgrund fehlender Cloud Skills beauftragen über die Hälfte (51 Prozent) der Unternehmen einen Managed Cloud Service Provider, um eine reibungslose Migration unternehmenskritischer Workloads und den Betrieb der SAP-Systeme zu garantieren.

Die Nutzung von Public-Cloud-Plattformen ist in den letzten Jahren rasant gestiegen und lediglich für 12 Prozent der Unternehmen spielt die öffentliche Cloud gar keine Rolle. Ein Drittel der von Crisp Research befragten Organisationen befindet sich noch in der Evaluierungsphase, wohingegen über die Hälfte der Unternehmen die Public Cloud bereits aktiv nutzt. Damit steigt auch die Bereitschaft, immer mehr unternehmenskritische Workloads wie ERP in die Cloud zu verlagern. Crisp Research geht davon aus, dass unter den Public-Cloud-Workloads insbesondere der Anteil der Enterprise Applications von 4 Prozent in 2015 auf 17 Prozent im Jahr 2020 ansteigen wird. Vor diesem Hintergrund kommt SAP als Marktführer von Enterprise Applications eine besondere Bedeutung zu, weshalb Crisp das Thema SAP-Betrieb in der Public Cloud zusammen mit dem IT-Dienstleister All for One Steeb in einer Studie näher untersucht hat.

Viele Unternehmen erhoffen sich Vorteile, wenn sie ihre ERP-Anwendungen in die Cloud verlagern.
Viele Unternehmen erhoffen sich Vorteile, wenn sie ihre ERP-Anwendungen in die Cloud verlagern.
Foto: Wright Studio - shutterstock.com

Dieser Artikel gibt Hilfestellungen und beschreibt, wie Migration von SAP-Systemen in die Cloud gelingen kann. Neben den Chancen werden vor allem die Herausforderungen thematisiert und Handlungsempfehlungen für die Wahl eines Partnernetzwerkes gegeben, mit dessen Unterstützung die Migration und der Betrieb erfolgreich realisiert werden kann.

Chancen der Migration von SAP-Anwendungen in die Public Cloud

Der Betrieb von SAP-Anwendungen in der Public Cloud geht mit einem erheblichen Effizienz-Potenzial durch Kosteneinsparungen und eine globale Verfügbarkeit einher und ebnet aufgrund einer höheren Agilität den Weg für Innovationen.

Vorteile der Cloud-Migration von SAP-Systemen
Vorteile der Cloud-Migration von SAP-Systemen
Foto: Crisp Research AG 2018

Aber auch die schnellere Umsetzung der digitalen Transformation sehen 38 Prozent der befragten Unternehmen als eine der wichtigsten Chancen einer SAP-Migration in die Public Cloud an. Weil SAP eine so große Vormachtstellung im Bereich der Enterprise Applications innehat, kann eine Migration der bestehenden ERP-Prozesse in die Public Cloud enorme Auswirkungen auf die Transformationsgeschwindigkeit eines Unternehmens haben.

Empfehlungen für eine erfolgreiche Migration der SAP-Landschaft in die Public Cloud

Damit eine Migration der SAP-Landschaft in die Public Cloud erfolgreich verläuft, sollten Unternehmen die drei folgenden Aspekte besonders beachten:

Evaluierung der Risiken

Trotz der zahlreichen Chancen einer Migration sehen sich die Verantwortlichen noch mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert, für die in nächster Zeit passende Lösungskonzepte entwickelt werden müssen.

Herausforderungen beim Betrieb von SAP-Systemen in der Public Cloud
Herausforderungen beim Betrieb von SAP-Systemen in der Public Cloud
Foto: Crisp Research AG 2018

Zunächst einmal müssen Unternehmen prüfen, mit welchen Kosten sie im Falle eines Managed Hosting / Outsourcing im Vergleich zum Eigenbetrieb rechnen müssen. Ein Drittel der Befragten gab zudem an, dass ihr Unternehmen nicht über das notwendige Know-How im Public-Cloud-Bereich verfügt und sich zudem auch mit der hohen Komplexität der Cloud-Plattformen konfrontiert sieht. In solchen Fällen dürfte das Hinzuziehen eines Managed Public Cloud Providers unerlässlich sein.

Auf der anderen Seite haben einige Unternehmen noch Wissenslücken, was die SAP-Lizenzmodelle in der Public Cloud anbelangt oder welche Security- und Compliance-Restriktionen für die SAP-Daten gelten. Dies gilt es zunächst in Eigenregie oder mit Hilfe eines Beratungsdienstes zu prüfen, um die Cloud-Migration bestmöglich zu unterstützen.

Zudem gehen derzeit noch 30 Prozent der Unternehmen davon aus, dass einzelne SAP-Workloads für den Betrieb in der Public Cloud nicht geeignet sind. Mit Hilfe eines Dienstleisters sollten Entscheider evaluieren, welche SAP Use Cases in welcher zeitlichen Abfolge priorisiert werden sollten und dies in einer Roadmap festhalten. Für viele Unternehmen liegt der Fokus zunächst auf den Entwicklungs- und Testsystemen, wohingegen dem Backpp und der Archivierung zunächst weniger Aufmerksamkeit gewidmet wird.

Unternehmen sollten zunächst ihre eigene Ausgangslage analysieren und prüfen, welche der oben genannten Herausforderungen und Risiken tatsächlich auf die eigene Organisation zutreffen. In den seltensten Fällen wird sich eine Cloud-Migration nicht lohnen, sodass sich für viele Unternehmen nicht die Frage stellt ob, sondern wie die Migration am besten gelingen kann. Nachdem die eigenen Bedürfnisse und Risiken genau evaluiert wurden, ist es wichtig, den für das eigene Unternehmen am besten geeigneten Cloud-Provider zu ermitteln. Sollte die Analyse gezeigt haben, dass die eigenen Cloud Skills nicht ausreichen und das Unternehmen mit der Komplexität der IaaS- und PaaS-Angebote überfordert ist, sollte zudem ein Managed Cloud Service Provider hinzugezogen werden.

Die richtige Wahl des Cloud Providers

Viele Verantwortliche sehen tatsächlich die hohe Komplexität der IaaS- und PaaS-Plattformen als eine Herausforderung an. Die große Zahl an Anbietern und die Vielfältigkeit der IaaS- und PaaS-Dienste macht es Entscheidern nicht leicht, sich einen Überblick zu verschaffen. Neben den inhaltlichen Überlegungen zu den unterschiedlichen Feature Sets und Use Cases spielen zudem das Preis-Leistungs-Verhältnis und die unterschiedlichen regionalen Verfügbarkeiten eine wichtige Rolle.

Während bei SAP-unabhängigen Workloads oftmals AWS oder Google die Nase im Cloud-Geschäft vorn haben, zeigen die Studienergebnisse, dass die SAP Cloud-Plattform klar die favorisierte Plattform im Kontext des SAP-Betriebs ist. Dies hängt natürlich vor allem damit zusammen, dass diese speziell für SAP-Lösungen konzipiert wurde und somit eine fast nahtlose Integration von On-premise-Systemen in die Cloud ermöglicht. An zweiter Stelle steht, mit einem erheblichen Vorsprung gegenüber den restlichen Cloud Providern, Microsofts Azure Cloud-Plattform.

Anforderungen an Public Cloud Provider bei der Migration
Anforderungen an Public Cloud Provider bei der Migration
Foto: Crisp Research AG 2018

Unternehmen müssen sich daher im Vorfeld darüber im Klaren sein, welche Anforderungen ihr Cloud Provider erfüllen sollte. Fällt die Wahl nicht auf SAP als Cloud Provider, ist 45 Prozent der Unternehmen immerhin eine strategische Partnerschaft zu SAP besonders wichtig, damit sichergestellt werden kann, dass die Integrationsmöglichkeiten der SAP-Anwendungen reibungslos funktionieren. Darüber hinaus ist Unternehmen ein umfangreiches SAP-Support-Angebot wichtig, um fehlendes Know-how zu überbrücken und eine Ausfallsicherheit zu gewährleisten.

Wahl des Dienstleistungspartners

Die richtige Wahl des Dienstleistungspartners ist ein entscheidender Aspekt für den Erfolg der Migration von SAP-Anwendungen in die Public Cloud. Da viele Unternehmen die Migration ihrer SAP-Landschaft in die Public Cloud derzeit noch als große Herausforderung ansehen, wird empfohlen, sich eine kompetente Beratung in Form eines Managed Service Providers an die Seite zu holen. Zusammen mit dem Cloud- Plattform-Anbieter kann somit ein Rundumservice für die Unternehmen gewährleistet werden, der den einwandfreien Betrieb der SAP-Workloads sicherstellt. Neben den Cloud Skills spielt bei der Wahl des Dienstleistungspartners natürlich auch die langjährige SAP-Erfahrung eine essentielle Rolle, sodass die richtige Kombination beider Kompetenzbereiche eine bestmögliche Unterstützung gewährleistet.

Migration von SAP-Workloads in die Public Cloud steht ganz oben auf der IT-Agenda

Die aktuelle Studie zeigt deutlich, dass die Migration von SAP-Workloads in die Public Cloud derzeit ein omnipräsentes Thema auf der IT-Agenda der meisten Unternehmen ist. Gut ein Drittel der befragten CIOs und SAP-Verantwortlichen geht davon aus, dass bis 2020 mehr als die Hälfte aller SAP-Workloads in die Public Cloud wandern. Umso wichtiger ist es für Unternehmen, sich frühzeitig mit dem Thema zu beschäftigen und gegebenenfalls zusammen mit Beratungspartnern die Migration vorzubereiten.