CIO des Jahres

CIO des Jahres 2020 – Großunternehmen – Top 10

CIO Carsten Priebs stellte bei Randstad alles auf den Kopf

26.11.2020
Von 
Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.
Ein Personalvermittler muss seinen Kunden flexibel Arbeitskräfte bereitstellen können. Bei Randstad sind dank CIO Carsten Priebs auch die internen Arbeitsbedingungen flexibel. "New Work" ist angekommen.
Randstad-CIO Carsten Priebs schwört auf stetige Lernbereitschaft und ein agiles Mindset.
Randstad-CIO Carsten Priebs schwört auf stetige Lernbereitschaft und ein agiles Mindset.
Foto: Randstad

Es muss schon überraschend gewesen sein für den umtriebigen IT-Manager Carsten Priebs, als er im Sommer vor zwei Jahren beim Personaldienstleister Randstad als CIO/CDO seinen Job antrat und feststellte, wie umständlich an einigen Stellen noch gearbeitet wurde. Und er formuliert es drastisch: "Die Mitarbeiter waren an den Schreibtisch gekettet." Heißt: Die Kundenberater in den 5.000 Niederlassungen konnten die Kernanwendungen ausschließlich an ihren Schreibtischen in den Büros nutzen.

Um geeignete Kandidaten beim Kunden vorstellen zu können, mussten die Randstad-Mitarbeiter die Kandidatenprofile auf Papier ausdrucken. Jobinteressenten konnten nur in die Niederlassungen kommen, und der Bewerbungsprozess fand außerhalb von weiterverwertbaren Datenspeichern statt.

Sowohl die Einführung eines neuen CRM-Systems als auch ein verbessertes WLAN drohten zudem zu scheitern. Heute ist Priebs stolz darauf, dass die Kandidaten inzwischen noch am gleichen Tag von den Beratern ein verwertbares Feedback erhalten und die Berater in den Niederlassungen begeistert die neuen Freiheiten sowie vereinfachten und schnellen Abläufe nutzen.

Silodenken nicht hilfreich

Einmal mehr habe sich gezeigt, dass "Silodenken bei Problemlösungen nicht hilfreich" sei, so der Randstad-CIO Priebs. Nur firmen-, bereichs- und hierarchieübergreifende Zusammenarbeit bringe den Erfolg.

"Agiles Mindset und eine lernende Grundhaltung liefern beste Ergebnisse", ist eine weitere Erkenntnis von Priebs. Ein früher und fixer Einführungstermin forderte die Fokussierung auf die wichtigsten Features und erforderte von allen Beteiligten schnelle und mutige Entscheidungen.

Auch wenn eine Vielzahl technischer Abhängigkeiten und Herausforderungen zu bewältigen waren, wie Priebs zugibt, war der wichtigste Schritt das Umdenken bei den Anwendern. Kern des Change-Managements war die Auswahl von 200 internen Beratern als Trainer für die restlichen 2.000 Kundenberater und Multiplikatoren. Gefreut hat sich Priebs, dass auch der Gamification-Ansatz gut ankam. Als Chromebooks und die G Suite eingeführt wurden, motivierte der spielerische Ansatz zum Selbststudium und erzeugte eine engagierte Community.

Was ist passiert?

  • Einführung und Anpassung des neuen Front-Office-Systems (CRM) auf Basis von Salesforce für mehr als 2.000 Anwender und Ablösung des SAP CRM Systems

  • Einführung der SAP Analytics Cloud zur Sammlung, Aufbereitung und Darstellung aller für die gezielte Arbeit nötigen Daten, Reports und Analysen inklusive Predictive

  • Mobile Endgeräte für die Büroarbeit für alle Berater

  • Ausstattung aller rund 500 Niederlassungen mit neuen Internetleitungen und WLAN

  • Einrichtung von Recruiting- und Admin-Centern

  • Ablösung von Microsoft Office und Migration zur Google G Suite