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Cienas Umsatz bricht um 80 Prozent ein

24.05.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der US-Netzwerkausrüster Ciena verbuchte auch im zweiten Geschäftsquartal 2002 (Ende: 30. April) einen hohen Nettoverlust. Das Unternehmen wies ein Minus von 612,2 Millionen oder 1,86 Dollar je Aktie aus nach einem Defizit von 50,7 Millionen Dollar oder 17 Cent je Anteil im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis belasteten hohe Wertberichtigungen und Sonderaufwendungen, darunter Restrukturierungskosten in Höhe von 121,3 Millionen Dollar. Abschreibungen auf Lagerüberbestände steigerten den Verlust um weitere 223,3 Millionen Dollar. Weitaus schwerwiegender war allerdings, dass die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 80 Prozent von 425,4 Millionen auf 87,1 Millionen Dollar zurückgingen.

Eine Erholung ist nicht in Sicht: Ciena geht davon aus, dass der Umsatz im laufenden dritten Quartal ähnlich niedrig oder sogar noch schlechter ausfallen wird. Bei der Prognose wurden allerdings die Einnahmen des im Februar übernommenen Konkurrenten ONI Systems (Computerwoche online berichtete) noch nicht berücksichtigt. CEO Gary Smith hofft jedoch, dass die im November vergangenen Jahres begonnenen Restrukturierungsmaßnahmen die Verluste senken.

Ciena spürt wie alle Anbieter der Branche die anhaltende Kaufzurückhaltung der TK-Unternehmen. Als Reaktion auf Preisverfall und Umsatzrückgänge hatte der Hersteller von optischen Komponenten für Glasfaserkabel im Februar unter anderem 400 Angestellte auf die Straße gesetzt. Ende März folgte die Ankündigung, 650 weitere Mitarbeiter oder 22 Prozent der Belegschaft zu entlassen (Computerwoche online berichtete). Aufgrund der schlechten Zahlen und dem wenig optimistischen Ausblick für das dritte Quartal fiel die Nasdaq-Aktie am gestrigen Donnerstag zeitweise um über sechs Prozent auf ein neues 52-Wochen-Tief von 5,90 Dollar. (mb)