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CIA orientiert sich an James Bond

30.09.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der amerikanische Geheimdienst CIA (Central Intelligence Agency) hat eine Venture-capital-Firma für IT-Investitionen mit einem Startkapital von 28 Millionen Dollar gegründet. Die Company "In-Q-It" bezieht ihren Namen vom Bastel-Genie "Q" aus den James-Bond-Filmen; "In" steht für Intelligence, "It" für Information Technology. Der neue Fonds wird in Startup-Unternehmen investieren, die für die CIA interessante Technologien entwickeln. Ziel ist es ferner, die technischen Neuheiten ohne aufwendige Bürokratie beim Geheimdienst zum Einsatz zu bringen. Chef und President des Fonds wird Gilman Louie, der selbst mit 22 Jahren seine erste Firma gründete und im vergangenen Jahr seine Computerspiele-Firma Microprose an den Spielzeugkonzern Hasbro verkaufte.

Das Silicon Valley reagierte teils amüsiert, teils verärgert auf die Pläne der CIA. Viele politische Beobachter und IT-Investoren sind der Meinung, das neue Geheimdienstprojekt werde nichts hervorbringen, was nicht auch der freie Markt erzeugen würde. Andere fürchten, die Company werde die Bürokratie nur weiter aufblähen. Daß der CEO aus den Reihen eines Spielzeugfabrikanten gewählt wurde, stieß unter den IT-Spezialisten ebenfalls auf Kritik.