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Chipbranche rechnet konservativ

09.01.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Dank ihrer vorsichtigen Prognosen werden die meisten Chiphersteller das vierte Quartal wahrscheinlich innerhalb der gesteckten Erwartungen abschließen. Davon gehen laut "Wall Street Journal" zumindest die Hersteller selbst und die Analysten aus. Bestätigung finden diese Vermutungen beispielsweise in den Ausblicken von Branchengrößen wie Intel, AMDAMD und Texas Instruments (TI), die die Zahlen für das letzte Jahresviertel erst vor kurzem leicht erhöht hatten.
Nach positiven Geschäften im Oktober und November, rechnen sie nun für das gesamte vierte Quartal mit erfreulicheren Ergebnissen. Während Intel den Anstieg mit einer verstärkten Nachfrage vor allem in neuen Märkten wie Asien-Pazifik begründete, führte AMD einen insgesamt erhöhten Absatz sowohl für Mikroprozessoren als auch für Flash-Memory-Chips an. TI wiederum verdankt seine besser als prognostizierten Ergebnisse einem höheren Umsatz mit Prozessoren für die drahtlose Kommunikation als auch für hochleistungsfähige analoge Komponenten.

Bevor nächste Woche die Berichtssaison der Hersteller beginnt, spekulieren Analysten bereits jetzt über die Prognosen, die die Unternehmen für das traditionell schwache erste Quartal geben werden. Laut Douglas Lee, Analyst der Banc of America Securities LLC, werden der Branche vor allem die Margen Kopfschmerzen bereiten. Der Markt leidet nach wie vor unter nicht ausgelasteten Kapazitäten sowie Preisdruck. Marktbeobachter Jonathan Joseph von der Investmentbank Salomon Smith Barney meinte gegenüber dem "Wall Street Journal", dass die Prognosen für das erste Jahresviertel wohl in etwa der gleiche Stimmung des vorhergehenden Quartals entsprechen werden - nämlich konservativ. "Wir glauben, dass sich die meisten Firmen darauf berufen, die künftige Entwicklung nicht einschätzen zu können", schreibt er in seinem jüngsten Marktbericht. "Die Vorhersagen werden sich daher zwischen gleichbleibend bis maximal plus fünf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum bewegen." Obwohl sich das PC-Geschäft auch in den vergangenen Monaten nicht nennenswert erholt hatte, konnten die Halbleiterhersteller diese Entwicklung mit einem leichten Anstieg des Handy-Geschäfts kompensieren. Sollte sich der Absatz mit den Mobilfunkgeräten der nächsten Generation fortsetzen, könnten auch die Ergebnisse der ersten drei Monate 2003 nicht mehr ganz so schlecht ausfallen wie in den vergangenen Jahren, so der Tenor. (rs)