Checkpoint: Der Leser

31.10.1975

Von Herbert F.W.Schramm, Freier Fachjournalist

Das Ende der Papierflut wird nun schon ebenso lange prophezeit, wie es Computer Datenspeicher und Bildschirmplätze gibt. Trotzdem gehören die Rechenzentren noch immer zu den größten Produzenten beschrifteten Papiers.

Viele Beispiele zeigen inzwischen daß man dem Massenoutput von Papier auch beikommt, bevor er entsteht. So kommt es neben dem Schnellgedruckten das die ordnungsgemäße Buchführung gemäß Steuerrecht verlangt noch oft zu vermeidbaren Listen und Belegen. Im Rechnungwesen braucht kein Buchungsposten mit dem vollen Informationsgehalt des Geschäftsvorfalls ausgedruckt zu werden. Solche Details finden durch eine Programmdokumentation und eine Organisation Ersatz, die den Revisoren und Finanzbeamten vollständige und verständliche Aufschlüsse über die Methoden des Hauses geben. In vielen Fällen kann eine beleg-orientierte Buchführung durch die speicher-orientierte Buchführung abgelöst werden.

Außerhalb des Rechnungswesens fallen Papiereinsparungen noch leichter , vor allem bei periodischen Jobs. Der "Zahn der Zeit macht immer wieder früher Sinnvolles zur sinnlosen Routine. Einstmals aktuelle Protokolle, Statistiken, Auswertungen und Listen müssen immer wieder daraufhin geprüft werden ob sie überhaupt noch jemand liest.