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Charter berichtigt Bilanzen der letzten drei Jahre

02.04.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der drittgrößte Kabelnetzbetreiber in den USA, Charter Communications, will auf Druck der Börsenaufsicht SEC die Bilanzen der vergangenen drei Jahre korrigieren. Dabei senkt das Unternehmen die Umsätze in den Geschäftsjahren 2000, 2001 sowie in den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres um insgesamt knapp 300 Millionen Dollar nach unten. Die Ergebnisse vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) fallen um knapp 600 Millionen Dollar. Als Grund für den Berichtigungsbedarf nannte die Kabelfirma Falschbuchungen bei Kapitalaufwendungen und Marketing-Kosten. Außerdem seien Zahlungen für die Aufnahme neuer TV-Kanäle ursprünglich als Umsatz ausgewiesen worden. Wegen der Revisionen hat Charter bei der SEC eine Fristverlängerung von 14 Tagen für die Abgabe des Geschäftsberichts 2002 beantragt. Das mit rund 21 Milliarden Dollar verschuldete Unternehmen

läuft damit Gefahr, dass einige Bankkredite platzen.

Um mögliche Liquiditätsengpässe aufzufangen, hat Chairman und Hauptaktionär Paul Allen dem Unternehmen eine weitere Kreditlinie von 300 Millionen Dollar angeboten. Durch die Finanzspritze des Microsoft-Mitbegründers und Multimilliardärs ist Charter nach eigenen Angaben in der Lage, fällige Zinsen in Höhe von 194 Millionen Dollar zu zahlen.

Dem in St. Louis, Missouri, ansässigen Kabelnetzbetreiber gelang es im Schlussquartal 2002, den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar zu steigern. Wegen hoher Wertberichtigungen erhöhte sich jedoch der Nettoverlust von 303 Millionen oder 1,03 Dollar pro Aktie auf 1,87 Milliarden beziehungsweise 6,36 Dollar je Anteil. (mb)