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CES: Google will Videos verkaufen

05.01.2006
Google wird heute ankündigen, dass es über seine Site Videos von namhaften Inhaltelieferanten verkaufen wird. Außerdem schnürt die Suchmaschinenfirma ein Softwarepaket für Endkunden, das den Wettbewerb mit Microsoft verschärfen könnte.

Laut "Wall Street Journal" wird Google-Mitgründer Larry Page die Pläne heute auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas verkünden. Insidern zufolge soll Googles bisherige Videosuche dahingehend erweitert werden, dass Kunden für das Herunterladen und Betrachten von Videos, zum Beispiel Fernsehserien, bezahlen können. Partnerschaften seien hier unter anderem mit dem Fernsehsender CBS und der National Basketball Association (NBA) geplant, heißt es weiter. Allein aufgrund seiner schieren Größe würde Google mit dem neuen Angebot in Wettbewerb mit anderen Pionieren der Internet-Videodistribution wie Apple Computer treten.

Eher auf Microsoft zielt wohl das Softwarepaket "Google Pack", das Google zusammen mit Partnern geschnürt hat und das Verbraucher herunter laden und auf ihren PCs installieren können. Enthalten sind demnach unter anderem der Open-Source-Browser "Firefox", eine Version von Symantecs "Norton Antivirus", das PDF-Anzeigeprogramm "Adobe Reader", der "RealPlayer" von Real Networks, der Instant-Messaging-Client "Trillian" von Cerulean Studios sowie der Spyware-Scanner "Ad-Aware" von Lavasoft. Google selbst steuert seine Desktop-Suche, den Satellitenbild-Browser "Google Earth", die Fotoverwaltung "Picasa", seinen Instant Messenger "Google Talk", seine Browser-Toolbars und einen Bildschirmschoner bei.

Fast alle Komponenten sind separat kostenlos zu haben, interessant ist hier also vor allem das Bundling mit integriertem Installer für alle Komponenten. Echte Konkurrenz für Microsofts dominierende Office-Suite ist allerdings nicht dabei (bwohl sich OpenOffice.org sicher später leicht dazupacken ließe). Das Pack verdeutlicht aber speziell im Wettbewerb mit Microsoft die Bedeutung von Anwendungen auf den PCs der Verbraucher, die Nutzer auf die eigenen Online-Services lenken. Microsoft wird dies gewiss mit seinem kommenden Internet Explorer und Windows Vista zu Lasten Googles versuchen. (tc)