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CERN bringt Grid-Netz auf Touren

29.04.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das europäische Forschungslabor CERN hat nach eigenen Angaben einen Meilenstein in der Entwicklung seines Grid-Netzes erreicht. So haben die Wissenschaftler über die Dauer von zehn Tagen einen konstanten Datendurchsatz von 600 MB pro Sekunde zwischen acht über Europa und die USA verteilten Forschungseinrichtungen erreicht. Der Spitzenwert betrug rund 800 MB/s.

Allerdings liegt vor den Forschern noch jede Menge Arbeit. Um für künftige Forschungsvorhaben gerüstet zu sein, muss der Datendurchsatz um den Faktor drei erhöht werden. So soll Anfang 2007 der neue Teilchenbeschleuniger "Large Hadron Collider" (LHC) in Betrieb gehen. Diese Anlage werde das Datenintensivste physikalische Instrument der Welt sein, kündigte Jamie Shiers, Mitglied in der Grid Deployment Group des CERN, an. Rund 1500 MB an Informationen würden damit pro Sekunde generiert.

Das Grid-Projekt des Forschungsinstituts basiert auf dem Globus-Toolkit der Globus Alliance. Um die immensen Datenmengen zu bewältigen haben die Wissenschaftler eine speziell auf das eigene Grid-System abgestimmte Middleware entwickelt. Daneben kommen jedoch auch Standard-Produkte zum Einsatz wie beispielsweise eine Oracle-Datenbank. (ba)