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CeBIT ´99: Microsoft drängt in den Handheld-Markt

19.03.1999
Partnerschaften mit Hard- und Softwarefirmen

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach dem Erfolg von 3Coms "Palm Pilot" und zahlreichen Java-Lizenznahmen unter den Herstellern von Mobilgeräten startet Microsoft in diesem Markt eine Aufholjagd mit "Windows CE". Auf der diesjährigen CeBIT präsentiert die Gates-Company auf Partnerständen eine Reihe neuer Lösungen und gab eine strategische Allianz mit Compaq bekannt.

Nach Angaben der Gates-Company befindet sich die kleinste Windows-Variante unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Demnach wurden bisher mehr als 1,6 Millionen Geräte verkauft, die unter dem hauseigenen OS laufen, über 90 000 Entwickler haben das Developer Kit von ihrer Web-Site heruntergeladen. Auf der CeBIT kündigten eine Reihe von Anbietern neue Hardware an, die Windows CE nutzt. Die breite Palette dieser neuen Geräte demonstriert nach Ansicht von Microsoft die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Betriebssystems. So stellt Husky einen robusten Handheld vor, der extremer Witterung sowie Stößen widersteht und sich daher besonders für Wartungstechniker oder Rettungsdienste eignen soll. Einige traditionell eng mit Microsoft kooperierende Unternehmen, unter ihnen Compaq und HP, bringen Palmtops mit Farbanzeige und Sound auf den Markt und nutzen damit ein neues Feature von Windows CE 2.11.

Bei Web- und Mobil-Telefonen will die Gates-Company der Symbian-Initiative aus Psion, Nokia und Ericsson durch eine Kooperation mit anderen Anbietern in diesem Markt entgegentreten. Zu den Partner, die neue Windows-CE-Telefone auf der CeBIT präsentieren, gehören Matra Nortel, Panasonic und Philips.

Im Gegensatz zur ursprünglichen Ausrichtung mißt der Windows-Hersteller mittlerweile nicht mehr der Anbindung von mobilen Geräten an PCs die größte Bedeutung zu, sondern möchte diese leichtgewichtigen Clients über Netzdienste in die Unternehmens-DV integrieren. Die dafür nötigen Kommunikations-Features entwickelt eine steigende Zahl von Drittanbietern. Als Beispiel präsentierte Microsoft die holländischen Fenestrae mit ihrem "Mobile Data Server for SAP", der Nutzern von Palmtops den Zugriff auf die Walldorfer Standardsoftware erlaubt. Die britische Common Time Ltd. entwickelte mit "Cadenza Forte" einen CE-Client für Lotus-Notes-Anwendungen, der Daten mit einem Domino-Server replizieren kann.

Die weitere Verbreitung von Windows CE soll eine strategische Vereinbarung mit Compaq gewährleisten. Die beiden Firmen wollen unabhängige Softwarehäuser, besonders die Anbieter von Produkten für Sales Force Automation, bei der Portierung auf das Microsoft-System unterstützen. Hewlett-Packard kündigte die Einrichtung eine Kompetenzzentrums an, die in Kooperation mit Microsoft ebenfalls die Entwicklung neuer Software für CE forcieren soll.