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CEBIT: Die Telekom entdeckt das Wireless LAN

14.03.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Mit einer Produktoffensive rund um ihre DSL-Breitbandanschlüsse will sich die Festnetzsparte der Telekom, T-Com zusätzliche Einnahmequellen erschließen. Neu im Portfolio sind etwa WLAN-Angebote, eine Plattform zum Musik-Download sowie ein "Ticket-Manager".

Nachdem das Telekom-Management noch im Sommer 2002 den Eindruck vermittelte, Wireless LANSs nicht einmal vom Hörensagen zu kennen, sieht sich das Unternehmen nun als "First Mover" in diesem Markt.

So gehören die Wireless LANs zu den Hauptthemen der Telekom-Töchter T-Com und T-Mobile auf der CeBIT. Josef Brauner, Vorstand der T-Com, bezeichnete WLANs als einen der Megatrends in Sachen Kommunikation. Die drahtlosen Netze ebneten den Weg zum "Wireless Life". Damit werde auf der diesjährigen CeBIT Realität, was vor fünf bis zehn Jahren als Idee Gestalt angenommen hatte. T-Com möchte diesen Markt unter den Schlagworten "Wireless Home" und "Wireless Office" nun offensiv angehen. Dabei will die Telekom-Tochter laut Brauner WLAN-Endgeräte zur breitbandigen Anbindung von Heim- und Arbeitsstätten vermarkten. Flankiert wird die WLAN-Offensive von T-Mobile, die an Hotspots Internet-Zugänge für die mobilen Kunden anbietet.

Wireless LANs sind jedoch nur ein Schwerpunkt, mit dem Brauner die Aktivitäten rund um den breitbandigen Festnetzanschluss vorantreiben will. So stellt T-Com mit dem "Universal Delivery System“ (UDS) eine Plattform für eine einheitliche Branchenlösung zum Musik-Download via Internet bereit. Ein weiteres Thema sind die aus dem Mobilfunk bekannten Multimedia Message Services (MMS), also die Übertragung von Fotos via Telefon. Die Telekom hat diesen Dienst nun festnetztauglich gemacht und präsentiert ihre MMS-Variante erstmals auf der CeBIT.

Zudem wird das Unternehmen, so Brauner, seine Aktivitäten rund um den Mittelstand nochmals intensivieren. Ein spezielles Produkt, das die Telekom für diese Klientel in Hannover präsentierte, ist der Ticket-Manager. Hierbei handelt es sich um ein Browser-gestütztes Platz- und Ticket-Management, das sich an Veranstalter etwa aus den Bereichen Sport, Freizeit, Kultur, Messen oder Kongresse richtet. Ab Januar kommenden Jahres installiert T-Com den Ticket Manager beispielsweise beim FC Bayern München und will ihn auch in der neuen Allianz Arena zum Einsatz bringen. (hi)