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CeBIT: Arcor profitiert von DSL-Expansion

09.03.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Telefongesellschaft Arcor hat ihren Umsatz in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres auf einen neuen Rekordwert gesteigert. Wie die Tochter der britischen Vodafone in Hannover auf der CeBIT mitteilte, erhöhte sich der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf 1,17 Milliarden Euro. Profitieren konnte der umsatzstärkste Wettbewerber der Deutschen Telekom von seinem DSL-Geschäft, das Arcor-Chef Harald Stöber in diesem Jahr deutlich ausbauen will.

Die Zahl der DSL-Kunden wuchs bis Ende Dezember um 118 Prozent auf 301.000. Arcor profitierte dabei nach Angaben einer Sprecherin von der Preisoffensive, die das Frankfurter Unternehmen im November eingeläutet hatte. "Der volle Effekt wird im laufenden Quartal zum Tragen kommen", sagte sie. Arcor-Chef Stöber räumte allerdings auch Probleme bei der Expansion ein. Wegen Engpässen bei den Lieferanten habe es in Einzelfällen "bedauerliche Verzögerungen" gegeben.

Der Vorstandsvorsitzende rechnet für das laufende Jahr mit einem deutlichen Schub bei den schnellen Internetzugängen: "Bis Ende 2005 erwarten wir mehr als neun Millionen DSL-Anschlüsse in Deutschland, mit anhaltend hohen Wachstumsraten in den folgenden Jahren." Die Gesellschaft sieht sich selbst als größten Wettbewerber der Telekom. Arcor wachse schneller als der Festnetzmarkt und habe 2004 seinen Anteil am branchenweiten Umsatz von 5,3 Prozent auf 5,8 Prozent erhöht.

Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) kletterte in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2004/2005 (Ende März) um 145 Prozent auf 155 Millionen Euro. Zu der weiteren Ergebnisentwicklung machte Stöber keine Angaben.

Arcor unterhält neben der Telekom das größte Festnetz in Deutschland. Nach eigenen Angaben kann das Unternehmen 40 Prozent der deutschen Bevölkerung abdecken. Vodafone zählt Arcor nicht zum Kerngeschäft und will sich von seiner Beteiligung trennen. (dpa/tc)