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Cartesis sieht sich auf dem Vormarsch

28.07.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der französische BPM-Softwareanbieter (Business Performance Management) Cartesis hat für ein nicht börsennotiertes Unternehmen erstaunlich viele Finanzdaten zum abgeschlossenen Geschäftsjahr veröffentlicht. Die Einnahmen hätten 109,5 Millionen Dollar betragen und seine mehrheitlich durch organisches Wachstum zustande gekommen, erklärte die Firma.

Die Lizenzeinnahmen seien um 43 Prozent gesteigen, so Cartesis - was das Unternehmen zu einem der am schnellsten wachsende BPM-Softwareanbieter machen würde. Vor allem das zweite Halbjahr sei stark gelaufen, im vierten Quartal seien die Lizenzerlöse sogar um 62 Prozent gestiegen. Die internationalen Einnahmen will Cartesis im Jahresvergleich dank der ausgebauten Präsenzen in den USA sowie in Asien um 90 Prozent gesteigert haben. Zur Profitabilität wurden allerdings keine Angaben gemacht.

Cartesis zielt mit seinen Produkten vor allem auf Großanwender, als neue Kunden gewann es unter anderem ABM Amro, Cargill, Hilton International, L'Oreal und Nissan. Gerade erst haben sich die Franzosen durch die technologiegetriebenen Übernahmen von INEA und Advanced Info Systems verstärkt, um die Fähigkeiten ihres Flaggschiffprodukts "ES Magnitude" in den Bereichen Planung, Budgetierung, Forecasting und Information Delivery zu verbessern.

Nach Einschätzung der IDC wird der Markt für Finanz- und BPM-Anwendungen bis zum Jahr 2009 um gemittelt elf Prozent jährlich auf dann 2,4 Milliarden Dollar wachsen. Cartesis muss allerdings noch einiges aufholen, wenn es Platzhirsche wie Cognos, Hyperion und ERP-Anbieter herausfordern will. Den BPM-Markt nach Umsatz führte laut IDC 2004 überlegen Hyperion mit 292,6 Millionen Dollar (21 Prozent Markanteil), mehr als doppelt so viel wie die beiden nächstgrößten Anbieter Oracle (nach der Peoplesoft-Übernahme bei 8,5 Prozent Market Share) und Cognos (8,4 Prozent). (tc)